PfadnavigationHomePolitikDeutschlandZwei Brandbriefe„Säuberungsaktionen“ und „Goebbels-Methoden“ – AfD-Insider rechnen mit eigener Partei abStand: 14:58 UhrLesedauer: 2 MinutenParteitag am Wochenende in Heidenheim: Alice Weidel und Markus Frohnmaier wird eine enge Verbindung nachgesagtQuelle: Stefan Puchner/dpaZwei Brandbriefe von AfD-Insidern sprechen von „innerparteilichen Goebbels-Methoden“ und „sektenartigen Zuständen“ in der AfD Baden-Württemberg. Dabei wurde auf dem Parteitag am Wochenende noch Einigkeit zelebriert.Zwei interne Brandbriefe an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla belasten die AfD-Parteiführung in Baden-Württemberg. Ein Schreiben stammt vom scheidenden AfD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Klos, das andere von mehreren langjährigen Parteimitgliedern aus zwei Kreisverbänden im Südwesten. Beide Briefe liegen dem „Spiegel“ vor.Klos zeichnet das Bild einer Partei, die mit Rechtsstaatlichkeit und innerparteilicher Demokratie gebrochen habe. Er wirft der Landesführung um Markus Frohnmaier und Emil Sänze vor, Kritiker mit Parteiausschlussverfahren mundtot zu machen, spricht von „Säuberungsaktionen wie im Totalitarismus“, „innerparteilichen Goebbels-Methoden“ und „sektenartigen Zuständen“. Führende Funktionäre seien „offensichtlich inkompetent“, schreibt Klos. Sollten sie jemals Regierungsverantwortung übernehmen, wäre „ein Chaos für Deutschland die Folge“.Entwicklung zur autokratischen FunktionärsparteiRüdiger Klos saß zehn Jahre für die AfD im Landtag. Er war Gründungsmitglied des Landesverbandes und von 2015 bis 2017 stellvertretender Landessprecher der AfD Baden-Württemberg. Bereits vor einigen Wochen wandte er sich mit Vorwürfen gegen Frohnmaier an die Parteichefs. Damals warf er der Landesführung Vetternwirtschaft und persönliche Bereicherung vor. Er sprach demnach von einem „Geschäftsmodell AfD“ und behauptete, innerhalb des Landesverbandes werde „eine Vollversorgung auf Staatskosten ganzer Familien betrieben“. Zudem bezeichnete er den 35-jährigen Frohnmaier als jemanden, „der noch nie berufstätig war, keinerlei Lebensleistung erbracht hat, keine Ausbildung hat“.Lesen Sie auchDie Unterzeichner des zweiten, sechsseitigen Schreibens kritisieren vor allem Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und mangelnde Transparenz bei Finanzen und Personalentscheidungen. Sie beklagen eine Entwicklung „von der Basisdemokratie zur autokratischen Funktionärspartei“, sprechen von „Machtcliquen“, „Beutegemeinschaften“ und einer „Kultur der skrupellosen Selbstbedienung“. Zudem fordern sie eine unabhängige Überprüfung der Landesfinanzen und der umstrittenen Erbschaft Ludwigsburg, die seit Jahren parteiinterne Konflikte auslöst.Die Anwürfe schaden Landeschef Markus Frohnmaier bisher nicht. Mit mehr als 91 Prozent der Stimmen bestätigte ein Landesparteitag ihn am Wochenende im Amt – dem besten Ergebnis eines AfD-Landesvorsitzenden jemals in Baden-Württemberg. coh