PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBrandbrief an WeidelAfD-Politiker greift Parteikollegen persönlich an – „In den Händen von politischen Rattenfängern“Veröffentlicht am 07.05.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Vorwürfe richten sich gegen Markus Frohnmaier, den stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-BundestagsfraktionQuelle: picture alliance/dpa/Bernd WeißbrodAfD-Politiker Rüdiger Klos rechnet in einem Brandbrief mit der AfD Baden-Württemberg und Markus Frohnmaier ab. Klos spricht von einem „abgekarteten Spiel“ und von „Zuständen wie in Nordkorea“.Der frühere AfD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos hat einem Bericht des „Spiegel“ zufolge in einem internen Brandbrief an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla scharfe Kritik an der Führung der AfD Baden-Württemberg geübt. In dem siebenseitigen Schreiben wirft er der Landesführung vor, demokratische Regeln zu missachten, Kritiker auszugrenzen und politische Mandate nach Loyalität statt nach Leistung zu vergeben.Besonders deutlich äußerte sich Klos dem Bericht zufolge über die innerparteilichen Abläufe. „Die Zustände im Landesverband erinnern an Nordkorea, und die Parteitage ähneln Sitzungen des chinesischen Volkskongresses“, heißt es demnach in dem Schreiben.Klos kritisierte, dass Kandidatenlisten für Wahlen bereits vor Parteitagen abgesprochen worden seien. In einer solchen gelenkten Abstimmung sei auch Markus Frohnmaier zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg nominiert worden. Die Landesführung habe nach Darstellung von Klos „in grob undemokratischer und rechtswidriger Weise Fakten geschaffen“, indem sie Frohnmaier bereits Wochen vor der eigentlichen Aufstellungsversammlung öffentlich als Kandidaten präsentiert habe. Dass die Kandidatenliste anschließend nahezu ohne Konkurrenz beschlossen worden sei, wertete Klos laut „Spiegel“ als Beleg dafür, dass „alles ein abgekartetes Spiel war“.Frohnmaier war „noch nie berufstätig, hat keinerlei Lebensleistung erbracht, hat keine Ausbildung“Auch Frohnmaier persönlich griff Klos demnach scharf an. Er bezeichnete den 35-Jährigen als jemanden, „der noch nie berufstätig war, keinerlei Lebensleistung erbracht hat, keine Ausbildung hat“. An anderer Stelle nannte er ihn demnach einen „abschlusslosen Berufsjugendlichen“.Klos warf der Landesführung zudem Vetternwirtschaft und persönliche Bereicherung vor. Er sprach demnach von einem „Geschäftsmodell AfD“ und behauptete, innerhalb des Landesverbandes werde „eine Vollversorgung auf Staatskosten ganzer Familien betrieben“. Der Landesverband befinde sich aus seiner Sicht „in den Händen von politischen Rattenfängern, die ihr privates und berufliches Scheitern in der Politik glauben kompensieren zu können“.Lesen Sie auchFrohnmaier ist in die sogenannte Verwandtenaffäre der AfD verstrickt. Im Februar hatte er bestätigt, dass seine Frau für den AfD-Bundestagsabgeordneten Johann Martel arbeitet, sein Vater sei geringfügig bei der AfD-Parlamentarierin Diana Zimmer beschäftigt. Über die bekannten Fälle hinaus nannte Klos dem Bericht zufolge keine neuen Fälle möglicher Vetternwirtschaft.Frohnmaier teilte dem Magazin mit, gegen Klos laufe ein Parteiausschlussverfahren. „Ich bedauere, dass er aus persönlicher Verbitterung heraus öffentlich gegen seine ehemalige Partei agitiert“, sagte Frohnmaier.Klos saß zehn Jahre für die AfD im Landtag, war Gründungsmitglied des Landesverbandes und von 2015 bis 2017 stellvertretender Landessprecher der AfD Baden-Württemberg. Mit der neuen Legislaturperiode scheidet er aus dem Landtag aus.In seinem Schreiben wandte sich Klos schließlich an Weidel und Chrupalla. „Sie haben jetzt die Wahl. Entweder Sie greifen durch und beenden diese Rechtsbrüche, oder Sie sanktionieren diese und machen sie sich durch Untätigkeit zu eigen“, schrieb Klos.coh
Brandbrief an Weidel: AfD-Politiker greift Parteikollegen persönlich an – „In den Händen von politischen Rattenfängern“ - WELT
AfD-Politiker Rüdiger Klos rechnet in einem Brandbrief mit der AfD Baden-Württemberg und Markus Frohnmaier ab. Klos spricht von einem „abgekarteten Spiel“ und von „Zuständen wie in Nordkorea“.






