Bei dem Täter handelt es sich um einen arabischen Israeli, der das Feuer an einer Tankstelle eröffnet hatte. Währenddessen tobt Israels Krieg in Libanon weiter – die zuvor vereinbarte Waffenruhe hält nicht.07.06.2026, 13.51 Uhr3 LeseminutenIsraelische Polizisten in der Nähe des Tatorts nordöstlich von Tel Aviv, wo ein Mann am Sonntag das Feuer eröffnet hatte.Ariel Schalit / APEin arabischer Israeli hat am Sonntagmittag in Israel eine Person ermordet und fünf weitere verletzt. Laut Angaben der israelischen Polizei eröffnete der Mann aus der israelischen Stadt Taybe das Feuer an einer Tankstelle in der Nähe von Kochav Yair. Die israelische Kleinstadt befindet sich an der Grenze zum besetzten Westjordanland.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nach den Schüssen an der Tankstelle sei der Täter weitergefahren und habe an weiteren Orten ebenfalls sein Gewehr abgefeuert. Der Mann sei dann von Sicherheitskräften getötet worden. Laut der israelischen Polizei handelte es sich um einen Einzeltäter. Die Einsatzkräfte gehen von einem Terrorangriff aus.Die palästinensische Terrorgruppe Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad haben sich anerkennend zu dem Angriff geäussert, allerdings keine Verantwortung für die Tat übernommen. Vielmehr haben beide Organisationen die Terrorattacke als Konsequenz des israelischen Vorgehens im Gazastreifen und im Westjordanland dargestellt.In Israel sind Terrorangriffe im öffentlichen Raum nicht unüblich, wenngleich sie in den vergangenen Monaten nur vergleichsweise selten vorgekommen sind. Der letzte grössere Terrorangriff ereignete sich im vergangenen September in Jerusalem. Damals töteten zwei Palästinenser sechs Israeli an einer Bushaltestelle im Osten der Stadt.Israel setzt seinen Krieg in Südlibanon fortWährend die Bewohner rund um Kochav Yair angewiesen wurden, in ihren Häusern zu bleiben, kehrt auch im Norden des jüdischen Staats keine Ruhe ein. An der Grenze zu Libanon schrillten am Wochenende die Alarmsirenen wegen Drohnen- und Raketenangriffen des Hizbullah. Israel antwortet darauf mit kontinuierlichen Bombardements in Südlibanon.Eigentlich hatten sich Vertreter Israels und der libanesischen Regierung vor wenigen Tagen auf eine Waffenruhe geeinigt. Doch die mit Iran verbündete Hizbullah-Miliz hatte geschworen, so lange weiterzukämpfen, bis Israels Soldaten komplett aus Libanon abziehen. Der jüdische Staat besetzt immer noch rund 20 Prozent des libanesischen Territoriums.Nach der Einigung in Washington hatten sich Israels Truppen zwar aus dem südlibanesischen Dorf Dibbine zurückgezogen, in das anschliessend die libanesische Armee einrückte. Laut der Übereinkunft zwischen den beiden Staaten sollen schrittweise sogenannte Sonderzonen geschaffen werden, in denen Libanons schwaches Militär die Kontrolle ausübt und den Hizbullah entwaffnet.Doch bis auf den Abzug aus Dibinne ist seit dem vergangenen Donnerstag nur wenig geschehen. Gemäss israelischen Medienberichten hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu seinem Sicherheitskabinett gesagt, dass für Israel kein Waffenstillstand in Libanon gelte. Am Sonntag hatte Israels Militär eine erneute Evakuierungsaufforderung für die südlibanesische Grossstadt Tyros veröffentlicht.Am Vortag hatte ein israelischer Luftangriff nach Angaben von Libanons Armee drei libanesische Militärangehörige in Südlibanon getötet, unter ihnen einen Brigadegeneral. Laut Israels Armee hatte sich das gepanzerte Fahrzeug mit dem General in verdächtiger Weise israelischen Truppen genähert. Der Vorfall werde derzeit untersucht.Keine Waffenruhe in der RegionAuf amerikanischen Druck hin verzichtet Israel derzeit auf Luftangriffe in der libanesischen Hauptstadt Beirut, während es die Kämpfe in Südlibanon unentwegt fortsetzt. Auch in der Konfrontation zwischen den USA und Iran scheint sich ein ähnlicher Modus Operandi zu verstetigen: weder vollständiger Krieg noch ein stabiler Frieden.Am Freitag hat das amerikanische Militär laut eigenen Angaben zwei iranische Drohnen abgeschossen, die die Schifffahrt in der Strasse von Hormuz bedroht haben sollen. In der Nacht auf Samstag hat Teheran ausserdem ballistische Raketen auf Kuwait und Bahrain abgefeuert. Keines der Geschosse erreichte laut amerikanischen Angaben sein Ziel.Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA sind derweil weiterhin festgefahren. Am Sonntag besuchte zwar Pakistans Innenminister Teheran, um die Gespräche wieder zu beleben. Doch die Positionen der beiden Seiten bleiben weit voneinander entfernt.Iran beharrt in den Gesprächen auf einem vollständigen Ende der Kämpfe in Libanon sowie auf der Freigabe von eingefrorenen iranischen Geldern in den USA. Ein Militärberater von Irans oberstem Führer sagte in einem Interview mit CNN, dass Washington die rund 24 Milliarden Dollar als vertrauensbildende Massnahme freigeben sollte. Die USA sträuben sich dagegen. Auch über drei Monate nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran kommt der Nahe Osten nicht zur Ruhe.Passend zum Artikel