Ladekabel: Seltener Sieg gegen US-Techkonzerne
Oft sind es ja die kleinen Dinge, die einen zur Weißglut treiben. Das falsche Ladekabel im Reisegepäck zum Beispiel.Bei uns zu Hause gibt es daher mittlerweile ein Dutzend von diesen Multi-Ladekabeln, die oft einen Lightning-, einen Micro-USB- und einen USB-C-Stecker vereinen. Ich freue mich auf den Tag, an dem sie alle verschwinden.
USB-C spart auch Geld, weil man nicht ständig neue Ladekabel und Ladegeräte kaufen muss. Die EU schätzt, dass uns das 250 Millionen Euro Ausgaben pro Jahr erspart.
Handyhersteller, namentlich Apple, hatten mit teils grotesken Argumenten versucht, USB-C für alle zu verhindern. Dass die EU sich nicht erweichen ließ, ist ein seltener Sieg gegen US-Techkonzerne, von dem wir nun alle profitieren.
Wenn in Europa auf »Brüssel« geschimpft wird, kommen Standards oft schlecht weg. Interessant übrigens: Die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der EU, die ideenlosen Kabarettisten viele Jahre lang Material lieferte, gilt schon seit 2009 nicht mehr . Vielen, die sich darüber lustig gemacht haben, ist das vermutlich entgangen. Unterdessen verwenden Gemüsegroßhändler die darin festgeschriebenen Normen weiterhin zur Sortierung ihrer Waren in Güteklassen – freiwillig. Es lebe der Standard.
















