PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in der Ukraine„Extrem niederträchtig“ – Russischer Drohnenangriff auf Lager mit Brennelementen nahe TschernobylStand: 11:45 UhrLesedauer: 3 MinutenDas stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl unter dem BetonsarkophagQuelle: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpaEin Lager mit abgebrannten Brennelementen bei Tschernobyl gilt laut der Ukraine als äußerst kritische Infrastruktur. In der Nacht schlug nach ukrainischen Angaben dort eine Drohne ein. Offenbar nur wenige Meter entfernt von großen Mengen an Kernmaterial.Eine russische Drohne trifft ukrainischen Angaben zufolge ein Lager für abgebrannte Brennelemente in der Nähe des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Die Strahlungswerte um das havarierte AKW seien stabil geblieben und es gebe keine Berichte über Verletzte, teilen der Generalstab in Kiew und die staatliche Atombehörde mit. Allerdings habe sich ein Feuer einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Auch Brennelemente anderer AKWs sind in dem Lager untergebracht.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Attacke als „extrem niederträchtig“. Russland habe das Gebiet gezielt angegriffen, schreibt Selenskyj auf X. Eine Drohne vom Typ Schahed habe eines der Gebäude der Anlage getroffen. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung.Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite über die „erheblichen Schäden“ an dem Gebäude informiert worden sei. Betroffen sind demnach die Fassade, die Fenster und Türen. Auch benachbarte Gebäude seien durch die Druckwelle in Mitleidenschaft gezogen. Ein IAEA-Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Behörde mit.IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte bei X, der Vorfall sei äußerst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, wo große Mengen an Kernmaterial gelagert seien – nur wenige Meter vom angegriffenen Gebäude entfernt. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit während eines militärischen Konflikts, sagte Grossi.Russland hatte in der Nacht zum Sonntag erneut die Ukraine mit Drohnen attackiert. Dadurch sind mindestens zwei Menschen getötet worden, ein 59-jähriger Mann in der Region Dnipropetrowsk sowie ein 56-jähriger Minibusfahrer in der südlichen Region Saporischschja.Moskau und Kiew hatten in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des mittlerweile seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte am Freitag ein von Selenskyj vorgeschlagenes Gipfeltreffen abgelehnt. Der ukrainische Präsident warf Putin daraufhin vor, er wolle den Krieg „einfach nicht beenden“.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Regierungschef Keir Starmer werden am Sonntag in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammenkommen. Bei dem Treffen soll es nach Angaben aus Paris um die weitere Unterstützung der Ukraine und den verstärkten Druck auf Russland gehen. Zudem solle es eine Bestandsaufnahme der Arbeiten der sogenannten Koalition der Willigen geben. Zu dieser Gruppe zählen etwa 35 überwiegend europäische Länder, darunter Deutschland.Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der größte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus.Reuters/dpa/kami
Krieg in der Ukraine: „Extrem niederträchtig“ – Russischer Drohnenangriff auf Lager mit Brennelementen nahe Tschernobyl - WELT
Ein Lager mit abgebrannten Brennelementen bei Tschernobyl gilt laut der Ukraine als äußerst kritische Infrastruktur. In der Nacht schlug nach ukrainischen Angaben dort eine Drohne ein. Offenbar nur wenige Meter entfernt von großen Mengen an Kernmaterial.











