Heute herrscht in Großbritannien beinahe einhelliger Konsens darüber, dass Keir Starmer den Anforderungen seines Amtes als Premierminister nicht gewachsen ist. Seine Unbeliebtheit erinnert an andere zentristische europäische Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. In Großbritannien kommen jedoch besondere Faktoren hinzu.Anders als Macron übernahm Starmer 2020 die Führung der traditionsreichen Labour-Partei. Sein Aufstieg war eng mit der Niederlage des linken Parteiflügels um Jeremy Corbyn verbunden. Corbyn hatte seit 2015 eine neue Generation politischer Aktivisten mobilisiert, mit dem technokratischen Zentrum gebrochen und eine Abkehr vom Thatcher-Erbe gefordert.
Zwischen Nato-Treue und Israel-Kurs
Diese Entwicklung wurde rasch gestoppt – Starmer gilt vielen als Symbol dieser Unterdrückung. Er erklärte die Ablehnung der Nato für unvereinbar mit einer Labour-Mitgliedschaft und führte die Partei zurück auf einen klar pro-israelischen Kurs. Begleitet wurde dies von einer massiven Säuberung des linken Parteiflügels sowie dem Austritt zahlreicher Mitglieder.
Unter Starmer verwandelte sich Labour von einer Bewegung in eine politische Maschine. Diese Effizienz brachte der Partei bei der Wahl 2024 zwar eine Zweidrittelmehrheit ein – allerdings mit nur einem Drittel der Stimmen, dem niedrigsten Stimmenanteil seit Jahrzehnten.






