Dreizehn Jahre lang gab es in meinem Leben eine feste Konstante. Sie hatte vier Pfoten, ein Fell und den unbestechlichen Blick einer Straßenhündin, die sich durch absolut nichts aus der Ruhe bringen ließ. Sie wurde von meinen Freunden geliebt, begleitete mich durch neue Wohnungen, verschiedene Lebensphasen und unzählige Abgabetermine.

Wahrscheinlich behauptet das jeder Hundehalter von seinem Tier, aber sie war mein vierbeiniges Gegenstück – nur ruhiger, geduldiger und oft deutlich vernünftiger als ich. Vor einem Jahr starb sie, und mit ihr verschwand ein großes Stück Lebensfreude.

Seit einiger Zeit gehört wieder ein Hund zu meinem Alltag, und so stand ich neulich nach längerer Zeit mal wieder am Zaun eines Berliner Hundeparks. Ein paar Runden drehen, ein bisschen Ballwerfen, frische Luft schnappen. Das war zumindest der Plan. Stattdessen fand ich mich plötzlich in einer Parallelwelt wieder. Noch nie zuvor hatte ich als Wahlberlinerin einen Hund mitten in Berlin gehalten – und was mir dort begegnete, hat mich wirklich überrascht. Man braucht für vieles in dieser Stadt ein dickes Fell, anscheinend auch für den Hundepark.

Ein Schlachtfeld aus Fell und Neurosen

Als ich den Hundepark betrat, landete ich in einer Arena der völligen Absurdität. Es fing schon beim Thema Nachhaltigkeit an. Da hängen sie: sorgfältig verknotet, in grellen Neonfarben, leicht im Wind schwingend. Die Hundehalter sammeln die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner inzwischen zwar vorbildlich ein, nur um die Plastikbeutel anschließend dekorativ in die Bäume zu hängen. Was soll das?