Eine Note besser. Der Verband US-amerikanischer Ingenieure bewertet die Qualität der Infrastruktur im Land nun mit einem C statt einem D. Zum ersten Mal überhaupt hat es das Rating hochgesetzt. Viele Gäste, die gerade zur Fußball-WM in die USA reisen, werden sich fragen: Warum eigentlich?Denn anders als in vielen vorangegangenen Gastgeberländern sind die Arenen sehr schlecht angebunden. Zwar mussten für das Event weder in den USA noch in den Co-Gastgeberländern Kanada und Mexiko neue Arenen gebaut werden. Doch der Transport zu den Sportstätten könnte in den USA für Frust sorgen. Drastisch zeigt sich das in East Rutherford, New Jersey, 13 Kilometer nordwestlich von Manhattan, wo Deutschland im dritten Gruppenspiel auf Ecuador trifft.Das MetLife Stadium bietet Platz für mehr als 82.000 Besucher. Hier findet Mitte Juli auch das Endspiel statt. Die Verkehrsbetriebe hatten vor einigen Wochen 150 US-Dollar für eine Hin- und Rückfahrt veranschlagt, ein Anstieg um 1000 Prozent. Nach Protesten liegt der Preis nun bei knapp unter 100 Dollar. Für etwas weniger Geld kann man die ikonischen gelben Schulbusse als Shuttle nutzen.

Bilder: LiveEO/Google Earth, LiveEO/Airbus/Pléiades

Parken am Stadion? Ist nicht erlaubt. Die Satellitenbilder vom MetLife Stadium zeigen riesige Parkflächen. Doch während der WM gilt ein Verbot. Ein Parkplatz an einer nahe gelegenen Mall kostet 225 US-Dollar. In Miami, am Hard Rock Stadium, sind es fast 250 Dollar.Laufen, in Fußballnationen eine durchaus gängige Art der Fortbewegung zum Stadion, ist in den USA kaum eine Option. Eine britische Zeitung testete den Spaziergang von Manhattan bis zur Arena. Viereinhalb Stunden später stand der Proband an einem komplett blockierten Fußgängerweg. Überhaupt fehlt es vielerorts an Bürgersteigen. Google Maps ist außerstande, einen Fußmarsch vom Times Square zum Stadion vorzuschlagen.Schon die Logistik zwischen den Spielorten ist angesichts von Tausenden Kilometern Entfernung über vier Zeitzonen eine Herausforderung für Fans und Mannschaften. Doch auch lokal müssen sich vor allem Besucher in den USA ihre Anreise genau überlegen. Die Betreiber von Fahrdiensten und Scootern wittern das große Geschäft.Im Internet kursieren unzählige Memes über den unzulänglichen oder nicht existenten öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in den Staaten. „Wir investieren nicht genug in Infrastruktur“, sagte die Präsidentin des Ingenieurverbands, der American Society of Civil Engineers, dem US-Magazin „Fortune“. Es gebe ein paar kosmetische Anpassungen, um die Kapazitäten für den zu erwartenden Andrang zu erhöhen, aber eigentlich versuche man bloß, den Bestand halbwegs in Schuss zu halten.