Wer den Hyperraum betritt, verliert schnell die Orientierung. Man geht Treppe auf, Treppe ab, und hinter jeder Tür wartet ein anderer überraschender Kosmos: fluoreszierende Farben auf bröckelnden Wänden, flackernde Projektionen, dunkle Kellerräume voller Rohre und improvisierter Lichtinstallationen. Manche Räume wirken wie eine Ausstellung, andere wie eine Baustelle kurz vor dem nächsten Umbau.

„Kunst ist sowieso nie fertig“, sagt Martin Gerth, Gründer des Hyperraums, während draußen der Regen gegen die Fenster schlägt. Das Haus, durch das er führt, sollte eigentlich längst abgerissen werden. Stattdessen ist daraus einer der ungewöhnlichsten Kunsträume Magdeburgs geworden. Hier gibt es keine weißen, glänzenden Böden, keine stillen Räume mit kleinen Schildchen neben perfekt ausgeleuchteten Werken. Stattdessen treffen hier Streetart, Videokunst, Musik, Lichtinstallationen und spontane Ideen aufeinander. Denn der Hyperraum soll nicht geschniegelt wirken. Er lebt davon, unfertig zu sein.

Von Zeitungen an den Wänden über aufwendige Malereien bis hin zu kreativen Lichtinstallationen: Im Hyperraum gibt es auf jeder Etage und in nahezu jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

© Max Gierth

Kultur in Off-Locations