Ein fieberndes Pferd hat die Starterliste der Deutschen Meisterschaften im Dressurreiten durcheinandergewirbelt. Laut einer Mitteilung des Reitsport-Dachverbandes sei am Freitagabend festgestellt worden, dass der Wallach Quick Decision des Reiters Benjamin Werndl Fieber habe, weshalb er in einem Quarantänestall untergebracht worden sei.Ebenso die beiden Pferde, die zuvor in den Boxen unmittelbar neben Quick Decision gestanden hatten. Das betraf die Stute Kismet von Werndls Schwester und Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl sowie den Wallach Mondrian von Lisa Müller. Beide Pferde hätten keine Krankheitssymptome gezeigt. Bei allen dreien seien mit einem Schnelltest keine der ansteckenden Infektionskrankheiten wie Herpes, Influenza oder Druse nachgewiesen worden. Ein Start im Grand Prix Special am Samstag war aufgrund der Quarantäne aber ausgeschlossen.Isabell Werth verteidigt ihren TitelDerweil verteidigte die deutsche Rekordmeisterin Isabell Werth ihren Titel mit der Stute Wendy. Die DM ist für die Mitglieder der deutschen Bundeskader die erste wichtige Sichtung für die Weltmeisterschaft in Aachen im August. Werth ist mit zwei Pferden am Start. Ihren 19. DM-Titel gewann sie mit der Stute Wendy und einer Punktzahl von 81,51 Prozent. Auch den zweiten Platz im Klassement belegte die erfolgreichste deutsche Olympionikin. Mit dem Hengst Viva Gold erreichte sie 77,823 Prozentpunkte.Für die DM-Wertung zählt allerdings nur das bessere Ergebnis. Somit gewann der drittplatzierte Frederic Wandres mit Bluetooth (77,686 Prozent) die Silbermedaille. Bronze ging an Charlott-Maria Schürmann mit Dantes Pearl (76,431 Prozent).Für Jessica von Bredow-Werndl und Lisa Müller endete das Wochenende hingegen frühzeitig und enttäuschend. Kismet ist für die viermalige Olympiasiegerin von Bredow-Werndl derzeit das einzige Pferd mit dem Potenzial, möglicherweise für das deutsche WM-Quartett nominiert zu werden. Ihr Nachwuchspferd Diallo war im Januar völlig unerwartet an einem Hirninfarkt gestorben.Dass sie nun auch mit Kismet nicht an der WM-Sichtung teilnehmen konnte, sei „nicht das Ende einer Meisterschaft, das ich mir erhofft habe“, schrieb sie bei Instagram. „Aber das Wichtigste ist, dass es den Pferden gut geht und auch die Sicherheit für die anderen Pferde gewährleistet bleibt.“Auch Lisa Müller hatte zwei Pferde mit zur Deutschen Meisterschaft im Sauerland gebracht. Nachdem sie Mondrian aufgrund der Quarantäne vom Grand Prix Special zurückziehen musste, trat sie noch mit dem Hengst D’Avie an. Ein teurer Fehler in den Galoppwechseln kostete allerdings viele Punkte, sodass sie letztlich mit 69,098 Prozentpunkten 15. wurde.