Auf den ersten Blick geht es um Kleinigkeiten im Streit über die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Um Gremien und ein paar Worte. Doch tatsächlich kocht hier Wichtiges hoch. Scheinbar aus der Zeit gefallen, aber auch für unsere Zukunft wichtig.Denn es geht um den Umgang mit der Vertreibung von Millionen von Deutschen aus ihrer angestammten Heimat. Um Empathie, um die Rolle des Bundes der Vertriebenen und sein Gewicht. Um die Versöhnung mit unseren Nachbarn. Und um organisierte Historiker.Es sollte nicht so schwer sein, alles unter einen Hut zu bekommen. Die unmittelbare Vorgeschichte der Vertreibung der Deutschen ist die nationalsozialistische Schreckensherrschaft, die Millionen ermordete und Millionen vertrieb. Aber die massenhafte Vertreibung und Ermordung von Deutschen bleibt ein Verbrechen.Das wissen auch unsere NachbarnDiese Deutschen lebten, auch das gehört zur Vorgeschichte, auf anerkanntem deutschen Staatsgebiet, das heute nicht mehr zu Deutschland gehört. Sie flohen, wenn sie etwa aus Breslau oder Königsberg kamen, aus Deutschland – nicht etwa aus Polen oder der Sowjetunion. Oder sie lebten in anderen Staaten und waren „deutscher Volkszugehörigkeit“, wie es das Grundgesetz mit Blick auf solche Vertriebene und Flüchtlinge formuliert.Das ist keine beliebige Migrationsgeschichte, sondern Teil unserer Identität. Und das weiß man auch in unseren Nachbarstaaten.