Deutschland diskutiert über Migration, Wehrpflicht, steigende Abgaben und eine Wirtschaft, die kaum noch wächst. Gleichzeitig fühlen sich viele junge Menschen politisch, kulturell und wirtschaftlich zunehmend entfremdet. Immer mehr junge Menschen kritisieren ein Bildungssystem, das aus ihrer Sicht Meinungen vorgibt, statt Debatten zuzulassen, beklagen Denk- und Sprechverbote und zweifeln am Aufstiegsversprechen ihrer Eltern.
Wir treffen Gero Höbel auf dem Berg Mtatsminda, der über der georgischen Hauptstadt Tiflis thront. Höbel gehört zu jenen jungen Deutschen, die ihr Land verlassen haben. Der 26-jährige Unternehmer mit deutsch-marokkanischen Wurzeln aus Hamburg ging nach Georgien, kehrte noch einmal zurück – und wanderte dann erneut aus.
In Tiflis spricht er über Freiheit, Unternehmertum, Wehrpflicht, Migration, politische Korrektheit und die Frage, warum Georgien für manche junge Deutsche attraktiver geworden ist als ihre Heimat.
Herr Höbel, wer sind Sie, und woher kommen Sie?Ich bin Gero Höbel, 26 Jahre alt, und komme gebürtig aus Hamburg-Horn. Ich bin in meiner Jugend zwar öfter umgezogen, aber da liegen meine Wurzeln. Damals hatte die Gegend fast schon Ghetto-Charakter, heute ist das überhaupt kein Vergleich mehr. Ich hatte eine ziemlich bodenständige Kindheit – nichts Wildes, aber es hat mich geprägt und mir früh gezeigt, worauf es ankommt.












