Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur über Drohnen aus der Ukraine, den Wehretat seines Landes und das Abschreckungspotential der NATO.
taz: Herr Pevkur, vor ein paar Tagen ist in Rumänien eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen, in den baltischen Staaten gab es in den vergangenen Monaten etliche Vorfälle mit Drohnen. Das alles passiert auf Nato-Gebiet. Wie stark ist das Bündnis derzeit?
Hanno Pevkur: In Friedenszeiten sind unsere Streitkräfte nicht in derselben Einsatzbereitschaft, wie es bei der ukrainischen Armee der Fall ist. Wir haben keine ständige militärische Präsenz an der Ostgrenze. Wir reagieren also auf diese Vorfälle. Wenn wir den Fall Rumänien betrachten: Zwei Kampfflugzeuge waren in der Luft, ein Hubschrauber auch, aber als die Drohne über die Stadt flog, war es nicht möglich, sie abzuschießen, weil man dann eine große Anzahl von Zivilisten einem sehr hohen Risiko aussetzen würde. Deshalb würde ich definitiv unterscheiden zwischen unseren Fähigkeiten während einer Krise und im Krieg und dem, was wir in Friedenszeiten tun können.
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Alexander Welscher/dpa






