PfadnavigationHomePolitikAuslandEU-Gipfel in Montenegro„Wir wollen euch!“, sagt Merz in Richtung der sechs Westbalkan-StaatenStand: 17:52 UhrLesedauer: 3 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt nach dem EU-Westbalkan-Gipfel eine PressekonferenzQuelle: Kay Nietfeld/dpaWird die EU bald deutlich größer? Nach dem Willen von Bundeskanzler Friedrich Merz sollen die sechs Westbalkan-Staaten bald beitreten – dazu gehört auch das russlandfreundliche Serbien. Zudem äußert sich Merz zu Selenskyjs jüngstem Vorstoß im Ukraine-Krieg.Die EU hat den sechs Westbalkan-Staaten nach den Worten von Kanzler Friedrich Merz signalisiert, dass sie beitreten sollen. „Die klare Botschaft des heutigen Tages ist und wird bleiben: Wir wollen euch! Und wir wollen, dass diese Region, dass diese Staaten dieser Region bald Mitglied der Europäischen Union werden“, sagte Merz am Freitagnachmittag nach dem EU-Westbalkan-Gipfel in Tivat in Montenegro. „Das Ziel ist und bleibt die volle Mitgliedschaft aller Staaten der Westbalkanregion, weil wir ein strategisches Interesse daran haben, diese Staaten an uns, an die Europäische Union zu binden.“An dem Gipfel nahmen die 27 EU-Regierungen sowie die sechs Westbalkan-Staaten Serbien, Bosnien-Herzegowina, ‌Albanien, Kosovo, Nordmazedonien und Montenegro teil. Man werde jetzt aber die Strategie ändern und eine schrittweise Heranführung der Westbalkan-Staaten an die Europäische Union ermöglichen. Alle Teilnehmer hätten auf einen entsprechenden deutsch-französischen Vorschlag sehr positiv reagiert, sagte Merz. Der Vorschlag werde nun konkretisiert und stehe allen sechs Westbalkan-Staaten offen. Dazu zähle ausdrücklich auch Serbien, sagte Merz nach einem offenbar sehr deutlichen Gespräch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin ‌Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident António Costa und ihm mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic. „Wir haben ihm sehr klar gesagt, was wir erwarten, aber wir haben ihm auch das klare Angebot gemacht, dass Serbien der Weg in die Europäische Union offen steht“, betonte der Kanzler. „Allerdings muss sich Serbien auch entscheiden, wo es steht. Also eine Schaukelpolitik zwischen Russland, China und ‌Europa, die kann es nicht geben“, ‌sagte er mit Blick darauf, dass die Regierung in Belgrad enge Kontakte zu Peking und Moskau sucht. „Serbien muss sich dann klar entscheiden, wo ‌dieses Land auch seine Zukunft sieht. Und wenn die Antwort aus ‌Serbien ‌Europa ist, dann ist die Antwort aus Europa Serbien.“Merz begrüßt Selenskyj-VorschlagAm Rande des Gipfels äußerte sich Merz zudem zum Vorstoß des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. In einem offenen Brief hatte dieser dem russischen Machthaber Putin ein Treffen vorgeschlagen.„Ich begrüße sehr, dass Präsident Selenskyj erneut ein Angebot gemacht hat zu sprechen. Ich will es betonen: erneut. Das ist nicht das erste Mal, dass er anbietet, mit dem russischen Präsidenten direkte Gespräche zu führen“, sagte Merz. Dies werde auch Gegenstand geplanter Gespräche mit Selenskyj in London sein, an denen er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie Großbritanniens Premier Keir Starmer teilnehmen werde.Merz sagte mit Blick auf Friedensgespräche: „Wir sind gesprächsbereit und aus meiner Sicht ist es ganz selbstverständlich, dass in einem solchen Gesprächsformat die Europäer am Tisch sitzen. Das ist ein ureigenes europäisches Interesse, dass wir Frieden in diesem Teil Europas haben.“ Was fehle, sei aber die Bereitschaft des russischen Präsidenten, in Gespräche einzutreten.rtr/dpa/lay