PfadnavigationHomePolitikAuslandPremierminister Keir Starmer„Es könnte bereits ab 2030 einen russischen Angriff auf die Nato geben“Stand: 17:55 UhrLesedauer: 2 MinutenDer britische Premierminister Keir StarmerQuelle: Jack Taylor/PA Wire/dpaRussland könnte nach Einschätzung britischer und anderer westlicher Geheimdienste bereits ab 2030 Nato-Staaten angreifen, sagt der britische Premierminister Keir Starmer. Er spricht von der „gefährlichsten und unsichersten Zeit“ seines Lebens.Der britische Premierminister Keir Starmer hat vor einem möglichen russischen Angriff auf Nato-Staaten bereits ab dem Jahr 2030 gewarnt. Nach Einschätzung britischer Geheimdienste sowie anderer Bündnisstaaten könne Russland schon in wenigen Jahren eine direkte Bedrohung für die Nato darstellen, sagte Starmer bei einem Besuch des Rüstungsunternehmens Stark im südenglischen Swindon. Ein Transkipt der Rede wurde anschließend online veröffentlicht.Starmer sprach von der „gefährlichsten und unsichersten Zeit“ seines Lebens. Neben dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verwies er auf die Spannungen im Nahen Osten und die Folgen der geschlossenen Straße von Hormus. Großbritannien sehe sich dadurch sicherheits- und wirtschaftspolitisch unter Druck. Der britische Generalstabschef habe erklärt, er habe in 35 Dienstjahren „die Welt noch nie so gefährlich erlebt“.Lesen Sie auchDie Nato sei „das effektivste Militärbündnis, das die Welt je gesehen hat“. Jedoch verwies er auf Erkenntnisse britischer und anderer westlicher Nachrichtendienste. „Nach Einschätzung unserer Nachrichtendienste sowie anderer Nato-Staaten könnte es bereits ab 2030 einen russischen Angriff auf die Nato geben“, sagte der Premierminister. Zugleich warnte Starmer vor einer zunehmenden Zahl staatlich unterstützter Angriffe unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges. Er nannte Cyberattacken, Verletzungen des Luftraums, Vorfälle in britischen Gewässern sowie Bedrohungen kritischer Unterwasserinfrastruktur. Besonders gefährdet seien Kommunikations- und Datenkabel, die für Wirtschaft und Versorgung von zentraler Bedeutung seien.Größte Erhöhung der Verteidigungsausgaben seit dem Kalten KriegVor diesem Hintergrund kündigte der Premierminister an, noch vor dem Nato-Gipfel Anfang Juli einen neuen Verteidigungsinvestitionsplan vorzulegen. Dieser soll festlegen, welche militärischen Fähigkeiten Großbritannien in den kommenden Jahren aufbauen will. Ein Schwerpunkt werde auf Drohnen, autonomen Systemen und moderner Militärtechnologie liegen. Verteidigung und Sicherheit seien „die wichtigste Pflicht eines Premierministers“, sagte Starmer. Es sei seine „oberste Verantwortung“, das Land auf die neue Bedrohungslage vorzubereiten.Großbritannien hat bereits beschlossen, seine Verteidigungsausgaben bis 2027 auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Nach den Plänen der Regierung soll der Wert nach 2029 auf drei Prozent steigen. Starmer bezeichnete dies als die größte dauerhafte Erhöhung der Verteidigungsausgaben seit dem Kalten Krieg.Lesen Sie auchDie Warnung des britischen Regierungschefs knüpft an frühere Aussagen von Nato-Generalsekretär Mark Rutte an. Dieser hatte bereits Ende 2025 erklärt, Russland könne innerhalb von fünf Jahren bereit sein, militärische Gewalt gegen Nato-Staaten einzusetzen. Auch der britische Generalstabschef Richard Knighton forderte am Freitag schnellere Investitionen in die Streitkräfte. Russland teste die Verteidigungsfähigkeit westlicher Staaten fortlaufend und bereite sich auf langfristige Konflikte vor.jra