Während zwei russische Kosmonauten zum wiederholten Mal versucht haben, ein Leck auf der Internationalen Raumstation ISS abzudichten, hat die NASA drei Raumfahrer und zwei Raumfahrerinnen aufgefordert, sich in einer Raumkapsel in Sicherheit zu bringen. Das hat eine Sprecherin der US-Weltraumagentur auf dem Kurznachrichtendienst X bekannt gegeben und versichert, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Neben der ESA-Astronautin Sophie Adenot haben sich damit ihre NASA-Kollegin Jessica Meir sowie Jack Hathaway und Christopher Williams in die Raumkapsel Dragon zurückgezogen. Zu ihnen hat sich demnach aber auch der Kosmonaut Andrej Fedjajew gesellt, er ist mit der Kapsel von SpaceX zur ISS geflogen. Inzwischen durften die fünf zurück, die Arbeiten wurden pausiert.

Leck schon seit 2019 ein Problem

Die „umfangreichen Reparaturarbeiten“, zu denen sich die russische Raumfahrtagentur auf ihrem Modul Swesda jetzt entschlossen hat, bedeuten auch, dass das hartnäckige Leck dort offenbar doch nicht geschlossen wurde. Seit Jahren entweicht aus dem sogenannten PrK-Tunnel, der das Modul mit jener Luftschleuse verbindet, an der russische Raumkapseln andocken, Luft. Erst Anfang des Jahres hieß es dann aber von der NASA, dass der Druck im betroffenen PrK-Tunnel stabil sei. Das war wohl etwas verfrüht, laut Roskosmos wurde ab 1. Mai 2026 erneut ein langsamer Druckabfall in dem Tunnel festgestellt. Öffentlich ist nicht bekannt, wie viel Luft dadurch entwichen ist, aber das Vorgehen legt zumindest nahe, dass die Lage ernster sein könnte.