Voraussichtlich für kommenden Freitag ist an der Wall Street in Manhattan der größte Börsengang der Wirtschaftsgeschichte geplant: 75 Milliarden Dollar will Elon Musk mit Space-X einsammeln. Im wichtigen Aktienindex S&P 500 wird das Weltraumunternehmen aber erst einmal nicht auftauchen. Der Anbieter S&P Global gab bekannt, dass er seine strengen Regeln für die Aufnahme von Börsenneulingen nicht anpassen wird. Eine solche Änderung war von vielen Finanzexperten erwartet worden, da die Indexanbieter Nasdaq und FTSE Russell in den vergangenen Wochen ihre Regeln angepasst hatten, damit Space-X schnell den Weg in ihre Indizes finden kann.Aktienindizes spielen für ETF-Sparer eine große Rolle, denn ETFs versuchen meist, einen Index möglichst genau abzubilden. Wenn ein neues Unternehmen in einen Index aufgenommen wird, dann kaufen darauf basierende ETFs dessen Aktien. Für das betroffene Unternehmen ist das erfreulich – die Nachfrage durch die Fonds kann sich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Kurz nach einem Börsengang schwanken die Preise aber oft stark, und es besteht das Risiko, zu teuer kaufen zu müssen. Darum gibt es auch Kritik an den Änderungen.Der S&P 500 war immer für besonders strenge Regeln bekannt. So muss nach einem Börsengang mindestens ein Jahr verstreichen, bis eine Aufnahme überhaupt infrage kommt. Außerdem muss das Unternehmen profitabel sein – Space-X schreibt derzeit hohe Verluste. Tesla, Musks Elektroautounternehmen, musste zehn Jahre warten, bis es Teil des S&P 500 wurde. Auch daran kann man Kritik äußern: Der S&P 500 hat den Anspruch, die US-Wirtschaft abzubilden, und Unternehmen wie Tesla sind Teil davon. In den vergangenen Wochen hat der Indexanbieter nun mit seinen Kunden diskutiert, ob die Regeln für große Börsengänge gelockert werden sollten. Die Antwort ist offenbar: Nein. „Ausnahmen von den Anforderungen an die wirtschaftliche Tragfähigkeit, die Mindestdauer der Börsennotierung und den Streubesitzfaktor sollten nicht allein aufgrund der Marktkapitalisierung gewährt werden“, teilte das Unternehmen mit. Neben Space-X hätten von einer Regeländerung eventuell auch Anthropic und Open AI profitieren können, die ebenfalls mit hohen Bewertungen an die Börse streben.Indexanbieter Nasdaq hatte sein Regelwerk bereits zum 1. Mai angepasst und eine Art Überholspur für große Börsengänge eingeführt. Auch FTSE Russell passte seine Regeln an. Keine Änderungen nahm der Anbieter MSCI vor, dessen Indizes auch bei vielen deutschen Anlegern beliebt sind – MSCI hat bereits seit Jahren Ausnahmeregeln, die großen Börsengängen einen schnellen Weg in ihre Indizes ebnen.
SpaceX kommt vorerst nicht in den S&P 500
Nasdaq und FTSE Russell hatten ihre Indexregeln vor dem Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma gelockert. Der S&P 500 bleibt aber bei seinen strengen Kriterien.










