PfadnavigationHomeSportEishockeyArtikeltyp:MeinungPokémon in VegasPikachus auf Kufen – das kindische Erfolgsgeheimnis im Kampf um den Stanley CupStand: 09:45 UhrLesedauer: 3 MinutenSiege und Karten: Die Vegas Golden Knights haben zwei große Sammelleidenschaften Quelle: IMAGN IMAGES via Reuters Connect/Stephen R. SylvanieDie Vegas Golden Knights stehen in den NHL-Finals. Einige Spieler glauben fest daran, dass der Erfolg mit einem mannschaftsinternen Trend zusammenhängt. Einer beendete sogar seine Torflaute, seit er intensiv Pokémon-Karten sammelt. Wer will da noch an Zufall glauben?In der National Hockey League (NHL) wimmelt es nur so von Getier und Fantasiewesen. Alljährlich treten dort die besten Eishockeyspieler als Bruins, Lightning oder Flames an – Braunbären, Blitze und Flammen. Es gibt darüber hinaus Teufel, Kraken, Sterne, Lawinen, Mammuts und Haie.Insofern ist es eigentlich nur konsequent, dass die erfolgreichsten unter ihnen auch in ihrer Freizeit dem Jagen von Ungeheuern und Fabelkreaturen nachgehen. „Man geht spazieren, schnappt sich ein paar Karten, fühlt sich wieder wie ein Kind und reißt sie auf“, beschreibt Ben Hutton, Verteidiger der Vegas Golden Knights, das Ritual, das sich im Mannschaftskreis wachsender Beliebtheit erfreut.Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.Worum es geht? Um die Sammel- und Spielkarten Pokémon oder zu Deutsch: Taschenmonster. 1025 unterschiedliche Kreaturen haben sich in den vergangenen 30 Jahren von Japan über den gesamten Planeten verbreitet. Mehr als 20.000 unterschiedliche Karten sind im Umlauf, insgesamt wurden 50 Milliarden gedruckt. Hutton startete den Hype in VegasHutton entdeckte seine als Teenager verlorene Sammelleidenschaft während der Coronapandemie wieder und erweitert seitdem konsequent seine Sammlung. Als er 2021 von den Toronto Maple Leafs in die Wüste Nevadas wechselte, brachte er sein Hobby mit ins Team.Mittlerweile ist mehr als die halbe Mannschaft infiziert und vertreibt sich auf Auswärtsreisen die Zeit damit, Geschäfte zu recherchieren, die die Karten verkaufen. Zum Ritual gehört auch, dass die Verpackungen erst vor den Augen der anderen geöffnet werden dürfen. Absprachen werden in der eigens eröffneten Chatgruppe „Pokémon Masters“ getroffen. Das neueste Mitglied, Tomáš Hertl, ist erst seit Beginn der NHL-Playoffs dabei und glaubt fest daran, dass der Beginn des Sammelns unmittelbar mit dem Ende seiner Torflaute verbunden ist. „Als ich hier ankam, habe ich immer gehört, wie sie darüber gesprochen haben“, erzählte der tschechische Nationalspieler „The Athletic“, „und seit ich angefangen habe, selbst zu spielen, habe ich wieder Tore geschossen, also kann ich jetzt nicht mehr aufhören.“Pikachu mit PfeilenDie spinnen, die Ritter? Nun ja, sie haben es zumindest bis ins Finale geschafft, und die Pokémons sollen nun natürlich auch dafür sorgen, dass der Stanley Cup nach der Finalserie gegen die Carolina Hurricanes in Nevada landet. Außerdem wären die Golden Knights nicht die ersten Sportler, denen die Taschenmonster Erfolg bescheren.Pikachu, das berühmteste Pokémon, ist Spitznamensgeber des zweitbesten deutschen Dartsprofis. Mit dessen Freizeitaktivitäten hat das allerdings nichts zu tun. Bei einem Turnier hatte die Leitung seinen Nachnamen schlichtweg falsch verstanden. Der Erfolg ist Ricardo Pietreczko seitdem aber gewiss.