Eine Autostunde von Hanoi entfernt entsteht unter dem Namen der Trump Organization eine Ferienanlage. Die Regierung hat das Bewilligungsverfahren offenbar beschleunigt, um der amerikanischen Regierung zu gefallen. Doch der Bau stockt.05.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenDrachenfrucht, Durian und Jackfruit: In einer der fruchtbarsten Gegenden Vietnams soll künftig ein Golfplatz der Trump Organization stehen.Magdalena Chodownik / GettyAusserhalb von Hanoi in der Provinz Hung Yen sollen ein Fünfsternehotel, Villen und Golfplätze entstehen, Kosten: 1,5 Milliarden Dollar, Fläche: 990 Hektaren. Ein Projekt der Trump Organization, des Familienunternehmens des amerikanischen Präsidenten, gemeinsam mit dem lokalen Partner Kinh Bac City. Es ist neben einem Wolkenkratzer in Ho-Chi-Minh-Stadt das erste Projekt der Trump Organization in Vietnam. Es werde den «Neid von ganz Asien und der ganzen Welt» auf sich ziehen, sagte Eric Trump, ein Sohn des Präsidenten, bei den Feierlichkeiten zum ersten Spatenstich im Mai 2025. «Die Trump-Familie wird darauf sehr, sehr stolz sein.»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ein Jahr später stehen dort erst ein paar Bagger, Walzen und Lastwagen sowie ein Banner mit der Aufschrift «Trump International», wie die «Financial Times» berichtet. Denn es gibt Widerstand.Tote sollen Trump weichenVietnam ist ein kommunistischer Einparteistaat. Das Land gehört formal dem Volk, der Staat verwaltet es. Er vergibt Landnutzungsrechte, kann sie aber gegen Entschädigung wieder entziehen. Genau das geschieht auch beim Investitionsprojekt der Trump Organization: Über 4000 Haushalte sind betroffen. Sie werden umgesiedelt, müssen ihr Ackerland aufgeben oder ihre Ahnen ausgraben, damit das Resort gebaut werden kann.Der Preis, den die Regierung für das Land bietet, soll teilweise zu tief sein. Hunderte Bauern sollen Petitionen eingereicht haben, in denen sie eine höhere Kompensation verlangen. Manche weigern sich schlicht, das Land aufzugeben, weil es ihre Lebensgrundlage ist – die Provinz Hung Yen ist bekannt für ihre Obstproduktion. Andere klammern sich an ihr Grundstück, weil es auch symbolischen Wert hat: Die Regierung gab es ihnen als Kompensation für Verwandte, die als Soldaten im Vietnamkrieg umgekommen waren.Noch komplizierter ist es mit den Grabstätten, auf denen die Anwohner seit Generationen ihre verstorbenen Familienmitglieder beerdigt haben. Tote soll man in Ruhe lassen, glauben viele Vietnamesen.Das Projekt stockt also wegen der Konflikte mit den Anwohnern, dabei sollte seit der zweiten Jahreshälfte 2025 bereits gebaut werden. Bis 2027 sollen erste Teile in Betrieb gehen, bis 2029 soll die Ferienanlage fertiggestellt werden, steht im Investitionsentscheid der Regierung in Hanoi.Eine Geste des GoodwillsKritik wird auch laut, weil das Projekt im Eilverfahren bewilligt wurde. Von den ersten eingereichten Planungsdokumenten bis zum Spatenstich im Mai 2025 vergingen laut Dokumenten, die der «New York Times» vorliegen, nur drei Monate, für einen Prozess, der üblicherweise mehrere Jahre dauern kann. Provinzbeamte hatten sich an die Zentralregierung in Hanoi gewandt. In dem Schreiben wiesen sie darauf hin, das Projekt erhalte spezielle Aufmerksamkeit der Trump-Regierung und von Präsident Donald Trump persönlich.Zur gleichen Zeit hatte die Trump-Regierung Vietnam mit Zöllen von 46 Prozent auf Einfuhren aus Vietnam gedroht. Washington störte sich insbesondere daran, dass chinesische Firmen das Land als Umweg in den amerikanischen Markt nutzten. Mit der raschen Bewilligung für das Golf-Resort dürfte die Regierung in Hanoi gehofft haben, Trump zu besänftigen. Gleichzeitig sendete Hanoi damit ein positives Signal an weitere Investoren aus den USA.Anfang Juli erzielte Vietnam ein Handelsabkommen: Zölle von 20 Prozent auf in Vietnam produzierte Güter, 40 Prozent auf Waren, die hauptsächlich in China produziert, aber via Vietnam in die USA exportiert werden. Vietnam gehörte damit zu den ersten Ländern nach England und China, die mit den USA im Zollstreit eine Einigung erreicht hatten.Washington hat mehrfach erklärt, Trumps Handelsgespräche stünden in keinerlei Beziehung zu den Aktivitäten der Trump Organization. Die Firma werde von den Söhnen des Präsidenten geführt. In Hung Yen scheint man diese Trennung kaum zu machen. Dort hängt nur ein Banner mit der Aufschrift «Trump International».Passend zum Artikel
Golfplatz statt Gräber: Trump-Resort in Vietnam sorgt für Unmut
Eine Autostunde von Hanoi entfernt entsteht mit dem Namen der Trump Organization eine Ferienanlage. Die Regierung hat das Bewilligungsverfahren offenbar beschleunigt, um der amerikanischen Regierung zu gefallen. Doch der Bau stockt.








