Knut Kucznik ist ein „Baum von einem Kerl“. Mit festem Schritt geht er an diesem Abend auf eine abgegrenzte Weidefläche in Altglienicke zu, schaltet den Strom vom Zaun ab und beginnt seinen Rundgang. Immer unter den aufmerksamen Augen seiner 300 Schafe, die aus einiger Entfernung jeden seiner Schritte verfolgen. „Ich kontrolliere in erster Linie den Zaun. Und ich schaue, ob sich sonst noch was Auffälliges auf dem Gelände befindet“, erklärt er.
Kucznik ist Schäfermeister seit Jahrzehnten. Er ist einer der letzten, die diesen Beruf noch so ausüben, wie er gemeint war: zu Fuß, im Gehen, mit der Herde als Mittelpunkt eines ganzen Lebens. „Aber auch mit einem Lkw mit Auflader sind meine Schafe und ich unterwegs“, ergänzt er. Denn die Zeiten hätten sich geändert. Neue breite Straßen, Auflagen und Gesetze verhinderten öfter einen unbeschwerten Zug von Weidefläche zu Weidefläche.
Der Schäfer Knut Kucznik steht auf einer Weidefläche in Altglienicke.
© Paul Zinken/Berliner Zeitung
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