Mehr als tausend Schafe tummeln sich auf der Weide von Holger Backhaus im thüringischen Landkreis Gotha. Fast schon bedächtig stützt sich der Schäfer auf seinen Hirtenstock und betrachtet die Herde. Backhaus steht hier bei Wind und Wetter, bei Eiseskälte und Gluthitze – immer mit dabei sind seine Hütehunde Max und Annie.
Die beiden Hunde sind Harzer Füchse. Ein Schlag des altdeutschen Hütehundes, der in Deutschland fast ausgestorben wäre – hätte es da nicht ein paar Schäfer, insbesondere in Ostdeutschland, gegeben, die wussten, was sie an diesen Tieren haben. Holger Backhaus ist einer von ihnen.
Schon sein Großvater war Schäfer, berichtet er. Von ihm habe er die Leidenschaft für diesen schon fast ausgestorbenen Beruf geerbt. Nach dem Tod des Großvaters habe er dessen Herde übernommen. Am Anfang setzte Backhaus noch auf Deutsche Schäferhunde, seit mehr als 20 Jahren kommen bei der Hütearbeit ausschließlich Harzer Füchse zum Einsatz.
Selbstständig, ausdauernd, unübertrefflich
Wer Max bei der Arbeit zusieht, versteht, warum Backhaus diese seltenen Hunde so schätzt. Emsig patrouilliert der neunjährige Rüde entlang der Furche, die zwischen Weide und einem Getreidefeld verläuft. Niemand hat ihm dazu einen Befehl gegeben. Der Hund scheint zu wissen: Drüben ist Getreide, dort dürfen die Schafe nicht hin. Also läuft er, ruhig, gleichmäßig, immer den Schwanz halb gehoben. Manchmal stundenlang.










