Ihre schwarz-weißen Zeichnungen wirkten auf den ersten Blick fast naiv, dabei sind sie Notizen des Terrors. Wer im Westen etwas über den Alltag in Iran während und nach der Islamischen Revolution erfahren wollte, wurde in Marjane Satrapis Graphic Novel „Persepolis“ mit einer ebenso grausamen wie immer wieder bizarr-komisch anmutenden Realität konfrontiert. In einer Episode ihrer autobiografischen Erzählung wird ein Mann von Polizisten in den Tod gehetzt, weil er verbotenerweise eine Party mit Frauen besucht hatte. Satrapi zeigt seine Flucht in einer Abfolge von holzschnittartigen Panels, die wie Piktogramme wirken: Hier geht es um mehr als einen verfolgten Mann, es geht um den Tugendterror als System.
"Persepolis"-Autorin Marjane Satrapi ist tot: Der Nachruf der SZ
Mit ihrer Erzählung über eine Kindheit in Iran befeuerte die Comickünstlerin den Boom der Graphic Novels. Jetzt ist sie gestorben.










