Die Stadtverordneten der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam haben am Mittwoch ein Verbot sogenannter Smart Glasses in den städtischen Bädern und Saunen beschlossen. Wie die Stadt mitteilte, soll das Verbot explizit in die Haus- und Badeordnung der Bäderlandschaft Potsdam aufgenommen werden. Smart Glasses sind Datenbrillen, die mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet sind.

Der Antrag stammt von der Fraktion Grüne/Volt. „Diese Geräte ermöglichen das unauffällige Anfertigen von Bild- und Videoaufnahmen, ohne dass betroffene Personen dies unmittelbar erkennen können“, heißt es darin. „Derzeit werden Aufnahmen zunehmend in sozialen Medien veröffentlicht, ohne dass die Betroffenen davon wissen.“

Schutz vor unbemerkten Aufnahmen

Badegäste in Badebekleidung hätten ein berechtigtes Interesse an einem unbeobachteten Aufenthalt und müssten vor einer missbräuchlichen Nutzung von Smart Glasses geschützt werden, heißt es in dem Antrag weiter. Das Personal solle geschult werden, um die Brillen erkennen zu können.

In der Haus- und Badeordnung der Bäderlandschaft Potsdam ist bereits ein Verbot von Bildaufnahmen durch Mediengeräte verankert. Dieser Passus werde nun um das Verbot von Smart Glasses erweitert, sagte der Beigeordnete für Jugend, Bildung, Kultur und Sport, Torsten Wiegel.