Das Magen-Darm-Virus kam überfallartig und setzte mich einen Tag und eine Nacht lang außer Gefecht. Immer wieder würgende Übelkeit, im Morgengrauen konnte ich das Badezimmer kaum noch verlassen. Nicht mal ein Teelöffel Wasser blieb noch bei mir. Ich erinnerte mich an Texte über Bagatelle-Einsätze von Notärzten. Aber was genau war eine Bagatelle? Gegen fünf Uhr früh wählte ich die 116 117, um mich beraten zu lassen. Der Arzt am Telefon sagte: Nehmen Sie eine Vomex. Er hatte offenbar nicht mal zugehört. Wie sollte das Medikament in einen Körper gelangen, der nichts bei sich behielt? Durch die Ohren? Ich legte auf.
Als auch noch mein Kreislauf versagte, fragte ich meine KI. Sie riet: Nicht zögern, 112 wählen! Tatsächlich erfasste die Ärztin am 112-Telefon sogleich meine Daten, vermutete eine gefährliche Dehydrierung und versprach einen schnellen Rückruf.
Der aber kam wohl wieder von der 116 117 und vermittelte: keine Chance auf einen ärztlichen Hausbesuch. Mir wurde geraten, die Bereitschaftspraxis im Immanuel-Krankenhaus in meiner Nähe aufzusuchen, die öffne am Feiertag um 9 Uhr. Oh, noch fast zwei Stunden. Aber dann war das Immanuel-Krankenhaus geschlossen, an der Not-Klingel wusste niemand von einer Bereitschaftspraxis.








