Es formiert sich breiter Protest gegen die von der Landesregierung angekündigte Verwaltungsreform.

Am Mittwoch warnten Vertreter zahlreicher Vereine vor der Landespressekonferenz in Dresden vor einem Kahlschlag der international anerkannten sächsischen Denkmallandschaft. Das Regierungskabinett unter Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) treibe diesen unter dem Deckmantel einer „Staatsmodernisierung“ voran.

Konkret laufe darauf die geplante Zusammenlegung der Landesämter für Archäologie und Denkmalpflege sowie deren Integration in die Landesdirektion Dresden als zentrale Vollzugsbehörde hinaus, so Thomas Westphalen. Als Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz erinnerte er daran, dass bereits 1908 eine vorausschauende Landesregierung eine institutionelle Denkmalpflege eingerichtet hatte.

Erinnerungen an die Sprengung von St. Pauli

Die jetzigen Pläne des schwarz-roten Kabinetts würden alles negieren, was Generationen in fast 120 Jahren aufgebaut hätten, so Westphalen. Er fürchte eine Situation wie am 30. Mai 1968, als die unversehrte Universitätskirche St. Pauli in Leipzig auf Weisung der SED-Führung gesprengt wurde – entgegen aller Hinweise auf ihre kulturgeschichtliche Bedeutung und um Platz für einen neuen Campus der Karl-Marx-Universität zu schaffen.