Hanna MasaIran: Kontakte zu USA nicht abgerissen – Aber keine FortschritteDer iranische Außenminister Abbas Aragtschi sagt in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al Mayadeen, dass die Kontakte zwischen Teheran und Washington zwar nicht abgerissen ​seien, es jedoch keine Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Beide Seiten prüften derzeit ausgetauschte Entwürfe. Zudem warnt der Minister: Sollte Israel die libanesische Hauptstadt Beirut angreifen, werde Iran entschlossen reagieren.Netanjahu: Konflikt mit Iran nicht vorbei Der Konflikt mit Iran ist nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch nicht ausgestanden. „Es ist im Iran noch nicht vorbei, sie sind jedoch geschwächt“, sagte Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNBC. Mit US-Präsident Donald Trump stimme er in den wesentlichen Punkten bezüglich Irans überein. Gelegentliche taktische Meinungsverschiedenheiten würden ausgeräumt. Mit Blick auf die Hizbullah-Miliz sagte Netanjahu zudem, viele derjenigen, ‌die Israel angriffen, hielten sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf.Trump berichtet von schroffem Gespräch mit Netanjahu Der amerikanische Präsident Donald Trump räumt ein schroffes Gespräch mit dem israelischen ​Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein. Er sei unzufrieden mit den Kämpfen Israels in Libanon, sagt Trump in einem Interview des Podcasts „Pod Force One“. „Ich würde nicht sagen wütend. Ich war ein wenig irritiert über seine ständigen Kämpfe ⁠mit Libanon“, erklärt er. Trump fügt jedoch hinzu, dass er und Netanjahu sehr gut miteinander auskämen. Weitere Hinrichtung in Iran im Zusammenhang mit ProtestenIn Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Aufständen im Januar vollstreckt worden. Ein Mann namens Fathollah Awari sei hingerichtet worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. Wann und wo die Exekution erfolgte, war unklar. Dem Mann wurde der Justiz zufolge vorgeworfen, Anfang Januar in der Stadt Hamedan einen Polizisten getötet zu haben. Es ist bereits die 18. Hinrichtung im Zusammenhang mit den Januar-Protesten.Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. „Nicht die Drohne fotografieren, sonst schießen sie!“ Die Küstenstadt Saida in Südlibanon ist zur Frontstadt geworden. Heerscharen von Vertriebenen suchen hier Schutz – doch der Krieg rückt näher. F.A.Z.-Korrespondent Christoph Ehrhardt hat mit Menschen vor Ort gesprochen.Neue Spielregeln im Libanon-Krieg?Nachdem ein Bombardement der südlichen Vorstädte von Beirut knapp abgewendet werden konnte, wird in der libanesischen Hauptstadt jetzt darüber gerätselt, ob für den Krieg zwischen Israel und der Hizbullah neue Spielregeln gelten. Lange hatte es von Diplomaten geheißen, die Vereinigten Staaten würden groß angelegten israelischen Luftangriffen auf Beirut einen Riegel vorschieben, zugleich aber die israelischen Streitkräfte im Süden und Osten Libanons gewähren lassen. Doch dieses Arrangement scheint nicht mehr garantiert, auch wenn Donald Trump am Montag gegen die militärischen Pläne seines Verbündeten einschritt. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio ließ erkennen, dass Washington dafür einen Stopp der Hizbullah-Angriffe auf den Norden Israels will. In der libanesischen Presse ist jetzt von der neuen Formel „südliche Vorstädte gegen Nordisrael“ die Rede. Propaganda der von Iran gelenkten Schiitenmiliz, die im Süden Beiruts das Sagen hat, verkauft den abgeblasenen Großangriff auf Beirut als Sieg, auch wenn ihr Handlungsspielraum womöglich eingeschränkt wurde. Ihr Hauptsponsor, das Regime in Teheran, hatte, als sich die Attacke abzeichnete, Druck ausgeübt und sogar die Waffenstillstandsverhandlungen mit den USA in Frage gestellt. Aus dem Hizbullah Lager wird Iran jetzt mit Dank überschüttet. Von dort wird auch die Erzählung verbreitet, Iran habe mehr erreicht als die libanesische Regierung mit den direkten Verhandlungen mit Israel. Das ignoriert sowohl den Druck aus Washington, das aus eigenem Interesse an einer Deeskalation in Libanon arbeitet, als auch diplomatische Interventionen arabischer Partner der USA. Und die Hizbullah führt ihre Angriffe gegen Israel jetzt mit dem Wissen, dass diese zu einem Großangriff auf Beirut führen könnten, welcher wiederum auch den innerlibanesischen Druck auf die Schiitenmiliz erhöhen dürfte. Die Verhandlungen zwischen der libanesischen und der israelischen Regierung gehen unterdessen weiter – und damit die Bemühungen eine Deeskalation zu erreichen. Nach wie vor kann von einem Waffenstillstand nicht die Rede sein. Die jüngste Volte im Waffengang zwischen Israel und der Hizbullah hat, wie ein libanesischer Kommentator hervorhob, noch einmal gezeigt, wie wenig die libanesische Regierung das Schicksal des Landes in ihren eigenen Händen hat. Trump: Iran stimmt Verzicht auf Atomwaffen zu Dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zufolge hat Iran einem ​Verzicht auf Atomwaffen zugestimmt. Zudem sei Irans Ajatollah an Verhandlungen mit den USA beteiligt, sagt Trump in einem Podcast-Interview. „Sie haben bereits zugestimmt, dass sie keine Atomwaffe besitzen werden“, erklärt er. ⁠Die Führung in Teheran hat allerdings stets betont, dass ihr umstrittenes Nuklearprogramm ausschließlich zivilen Zielen diene. Israel fängt „feindliches Flugobjekt“ aus Libanon abDas israelische Militär fängt nach ​eigenen Angaben ein „feindliches Flugobjekt“ ab, das aus Libanon in den Luftraum über dem Norden Israels eingedrungen ist. Die Armee bringt den Vorfall zunächst nicht mit der libanesischen Hizbullah-Miliz ⁠in Verbindung. Zudem übernimmt die von Iran unterstützte Gruppe keine Verantwortung dafür.Berichte: Sechs Tote bei israelischem Angriff in Südlibanon Bei einem israelischen Angriff nahe der südlibanesischen Küstenstadt Tyrus sind nach Angaben aus medizinischen Kreisen sechs Menschen getötet worden. Vier Syrer und zwei Palästinenser seien bei zwei Angriffen in dem Gebiet Al-Hausch getötet worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus den Kreisen. Zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA zwei israelische Angriffe in der Region gemeldet.Iran: Kuwait und Bahrain tragen „direkte“ Verantwortung Das ​Außenministerium in Teheran verurteilt angebliche US-Angriffe auf einen iranischen Öltanker in der Straße von Hormus und einen Telekommunikationsturm auf der Insel Keschm. Die Angriffe verletzten ⁠die vereinbarte Waffenruhe und internationales Recht, erklärt das Ministerium. Zudem trügen Kuwait und Bahrain eine „direkte und klare Verantwortung“, da deren Territorium und Einrichtungen zur Unterstützung der US-Militäroperationen genutzt worden seien. Teheran behalte sich das Recht auf Selbstverteidigung vor und werde mit allen verfügbaren Mitteln reagieren. Dazu gehöre auch, die Ausgangspunkte künftiger Angriffe ‌ins Visier zu nehmen. Iran meldet höchste Inflation seit Jahrzehnten Mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn ist die Inflation in Iran nach Angaben von Experten auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Der Verbraucherpreisindex in den städtischen Gebieten lag im Mai 77,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Staatsagentur Irna unter Berufung auf die Zentralbank berichtete. Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate betrug 53,9 Prozent. Das auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Bamdad-Institut in der iranischen Hauptstadt Teheran sprach von den höchsten registrierten Preissteigerungen seit dem Zweiten Weltkrieg.Auch im Vergleich zum Vormonat waren einzelne Bereiche in Iran deutlich teurer geworden. Restaurant- und Hotelpreise etwa stiegen dem Bericht zufolge im Vergleich zum April um 88 Prozent. Jeweils rund 20 Prozent mehr mussten Iranerinnen und Iraner für Gesundheit, Verkehr, Telekommunikation und Dienstleistungen im Haushalt ausgeben. Bewohner der Metropolen berichten unterdessen über noch viel größere Preissprünge bei Lebensmitteln und in Cafés, die sich während des Kriegs seit Ende Februar teils mehr als verdoppelt haben. Viele Menschen haben sich folglich eingeschränkt und kaufen nur noch das Nötigste. Auch Irans Währung Rial hat gegenüber dem Euro weiter an Wert verloren. Mehr ladenTickarooLive Blog Software