Regelmäßig warnen deutsche Politiker vor den ökonomischen Auswirkungen, falls die AfD in einem Bundesland an die Regierung käme. Auch auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) ertönten von allen Seiten Alarmsignale. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die AfD für wirtschaftlich inkompetent. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) gab zu bedenken, dass der Fachkräftemangel mit der AfD in einer ostdeutschen Landesregierung noch schlimmer werde. Und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zitierte in ihrer Rede die IHK Halle-Dessau, die das Investitionsklima durch die AfD gefährdet sieht.

Tatsächlich müssen sich SPD und CDU große Sorgen machen: So liegen die Umfragewerte für die AfD im Osten stabil auf hohem Niveau. In Mecklenburg-Vorpommern verbuchen die Blauen derzeit vor den September-Wahlen 36 Prozent Zustimmung, in Sachsen-Anhalt 42 Prozent. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) meint, dass man die AfD inhaltlich stellen müsse: „Im Land wird konkret über Inhalte geredet. Da ist die AfD blank“, so Schulze auf dem OWF zur Presse.

Sehen Ost-Manager die Wirtschaft durch die AfD bedroht?

Doch liest man sich etwa das „Regierungsprogramm“ der AfD für Sachsen-Anhalt durch, so finden sich einige Schlagworte unter den Rubriken Wirtschaft und Energie, die viele der OWF-Teilnehmer in den zahlreichen Diskussionsrunden und Workshops eifrig beklatschten – nur dass sie hier in Bad Saarow von CDU- oder SPD-Politikern genannt wurden: „Förderung des Mittelstands“, „Bürokratieabbau einleiten“, „Sonderwirtschaftszone für Sachsen-Anhalt“, „Junge Nachwuchskräfte im Land halten“, „Subventionen für erneuerbare Energien streichen“, „Energiepreise senken“, „Wiedereinstieg in die Atomenergie“ oder „CO₂-Steuer abschaffen“.