20 Verletzte, hohe Sachschäden und eine Streckenunterbrechung, die bis Freitag dauern könnte. Nach dem schwersten Straßenbahnunfall in Berlin seit Jahrzehnten hat am Dienstag die Polizei die Ermittlungen übernommen. Bisher gehen Beobachter davon aus, dass die Bahn, die am Dienstagvormittag in Neu-Hohenschönhausen verunglückte, eine scharfe Kurve zu schnell befuhr. „Viel zu schnell“, hieß es.

„Ein sehr schrecklicher Unfall“, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Bahn „sieht wirklich verheerend aus“. Bonde war wie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (ebenfalls CDU) und Henrik Falk, Chef der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), am Unglücksort.

Experten sind sich einig: Hätte sich der Unfall während der Hauptverkehrszeit ereignet, wäre die Zahl der Opfer höher gewesen. Ute Bonde teilte die Einschätzung. Es war „ein Glück“, dass nicht mehr Fahrgäste an Bord waren, gab die Senatorin im Ausschuss zu bedenken.

Um die Kleingartenanlage „Land in Sonne“ herum

Nach ihren Angaben befanden sich lediglich 20 Fahrgäste in der Straßenbahn, die auf der Linie M17 stadtauswärts nach Falkenberg unterwegs war. Zwölf Menschen seien medizinisch behandelt worden. Bonde: „Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.“