Die Bauleute waren schneller als erwartet. Nach dem schweren Straßenbahnunfall in Neu-Hohenschönhausen ist die Strecke am Donnerstag um 20.48 Uhr wieder freigegeben worden. Die Linien M5 und M17 werden wieder durchgehend befahren. Weiterhin spricht viel dafür, dass die Unglücks-Bahn zu schnell unterwegs war. Aber warum war die Schienenkurve, auf der sie entgleiste, eigentlich so eng?
Die kürzeste Route würde durch die Kleingartenanlage „Land in Sonne“ verlaufen. Doch die Trasse führt um sie herum. An der nordöstlichen Ecke des Geländes biegen die Gleise fast rechtwinklig zur Haltestelle Arnimstraße am Röttkenring ab. Auffällig auch: In der Wartenberger Straße liegen die Schienen nicht auf der Fahrbahn, sondern daneben.
Die Streckenführung bedeutet nicht nur einen Umweg. An der scharfen Kurve müssen die Bahnen gebremst werden. Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichten, dass dort seit der Eröffnung der Strecke vor rund 41 Jahren eine Geschwindigkeitsbeschränkung gilt.
Unglück auf der Linie M17: Strecke wurde 1984 eröffnet
Aktuell wird Tempo 10 damit begründet, dass der Verschleiß an den Schienen gemindert werden soll. Zumindest zu Beginn spielten aber auch Sicherheitsgründe eine Rolle. Um Unfälle zu vermeiden, soll die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Eines ist klar: Die Bahn 9021, die am 2. Juni gegen 9.40 Uhr entgleiste, war zu schnell unterwegs.
