Die Fotografie-Geschichte nennt Manfred Hamms Aufnahmen „die antiken Stätten von morgen“. Es sind keine bunten Bilder aus der schönen neuen Welt, eher ein etwas kurioser, auch schräger Abgesang auf die Ära der Großindustrie: „Tote Technik“, Industrieruinen, verlassene Häuser in gottverlassenen Gegenden; Auto- und Flugzeugfriedhöfe, mit denen Hamm zum Pionier einer neuen Ästhetik wurde, die sich heute einer Schar von jungen Nachahmern erfreut.
Am Mittwoch informierte John Wate, der im fernen Japan lebende Sohn des Fotografen (Dokfilm-Regisseur, u.a. „Das Schwert der Samurai“), die Berliner Zeitung vom unerwarteten Tod seines 82-jährigen Vaters vor Wochen. Doch die behördlichen Umstände ermöglichten erst jetzt die Bekanntgabe.
Manfred Hamm zählte zu den deutschen Fotografen, die insbesondere für beeindruckende Motive von Industriegebäuden, historischer Architektur und verlassenen Orten bekannt wurden. Grandios sein Bildband „Lost Places“. Der in den 1960er-Jahren in Ulm zum Fotografen Ausgebildete verewigte Berlins Denkmäler der Architekturgeschichte ebenso wie in Porträts Persönlichkeiten der Kultur.
Manfred Hamm: „Anatomisches Theater der Charité“, einst Hörsaal der Sektion Veterinärmedizin, 2002







