Die CEOs der Softwarefirmen können langsam wieder aufatmen. Waren die vergangenen Monate von der Sorge geprägt, neue Wettbewerber würden ihnen mit KI-Tools das Geschäft abnehmen, entspannt sich die Stimmung unter den Investoren. Zuletzt verzeichneten Giganten wie SAP, Salesforce oder Workday an der Börse wieder ordentliche Kursgewinne. Und auch aus der Start-up-Szene gibt es positive Signale.So hat der spanische Softwareplayer Factorial der beiden Gründer Bernat Farrero und Jordi Romero jetzt eine Finanzierungsrunde über insgesamt 150 Millionen Dollar abgeschlosen. Dabei steigt die Bewertung auf 2,5 Milliarden Dollar.Factorial ist es dabei gelungen, durchaus prominente Investoren von der Zukunftstauglichkeit seiner Software zu überzeugen. Angeführt wird das Funding vom Megafonds General Catalyst, bei dem Europachefin Jeannette zu Fürstenberg (43) die Fäden zieht. Zusätzlich stellt der prominente US-Investor den beiden Factorial-Gründern 540 Millionen Dollar als Fremdkapital bereit, um Marketing und Vertrieb vorzufinanzieren – das Geld wird Factorial aus den erwarteten Erträgen zurückzahlen. Mit ihrer gut gefüllten Kasse gehen die beiden Gründer nun in die Offensive: Die knapp 700 Millionen Dollar sollen dazu dienen, den deutschen Markt aufzurollen.„Deutschland ist unsere große Wette“, sagt Factorial-Gründer Romero im Gespräch mit dem manager magazin. Schon bald soll ein Team mit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von München aus den deutschen Markt beackern. Das ist auch ein direkter Angriff auf das ebenfalls in München sitzende Start-up Personio, einen der deutschen Hoffnungsträger. Ohnehin zählt Factorial mit seiner Software zu den größten europäischen Konkurrenten von Personio-Chef Hanno Renner (36). Nun greifen die Spanier ihn mit dem neuen Geld im Heimatmarkt an.