Es sind zwei Minuten und 29 Sekunden Bodycam-Material, die in dieser Woche ein ganzes Land erschüttern. Man sieht einen jungen Mann auf dem Asphalt von Southampton liegen, das weiße T-Shirt dunkel verfärbt. Er hat vier Stichwunden im Körper, eine 21 Zentimeter lange Klinge hat wohl seine Organe zerschnitten. Er sagt den Satz, der seit Mai 2020 zur globalen Chiffre für Polizeigewalt geworden ist: „I can't breathe.“ Er sagt ihn neunmal. Er sagt viermal: „I've been stabbed.“ Am Ende mit Verzweiflung in seiner sterbenden Stimme.
Und ein Polizist antwortet: „I don't think you have, mate“ – „Das glaube ich dir nicht, Man.“
Henry Nowak wurde 18 Jahre alt. Er war Student an der Universität Southampton. In den letzten Momenten seines Lebens wurde er über den Kies gezogen, seine Hände hinter dem Rücken zusammengebunden, Handschellen um seine Gelenke. Das letzte, was er hörte, war, dass man ihm mitrteilte, er sei wegen Körperverletzung festgenommen. Kurz darauf ist er tot.
Sein Mörder, der 23-jährige Sikh Vickrum Digwa, steht zu diesem Zeitpunkt daneben. Er hat zugestochen. Aber er hat den Beamten gesagt, er sei das Opfer gewesen – Opfer eines rassistischen Angriffs. Sein Turban sei heruntergerissen worden, sein Auge verletzt. Die Polizei glaubte ihm. Sie glaubte ihm sofort. All das geschah bereits im Dezember vergangenen Jahres. Die Aufnahmen der Bodycams wurden nun publik.










