Noch wenige Monate bis zu den Midterms – und bei den Republikanern wächst die Angst vor einer krachenden Niederlage bei den Zwischenwahlen. Um dem vorzubeugen, versucht die Partei, mit allen Tricks und Kniffen ihre Mehrheiten im Kongress zu sichern. Dabei bekommt sie Unterstützung durch den konservativ dominierten Supreme Court. Dieser hat in der Nacht entschieden, dass im Bundesstaat Alabama im November in neu zugeschnittenen Wahlkreisen abgestimmt werden muss.

Auf der neuen Karte wird einer von zwei Wahlkreisen mit vorwiegend schwarzen Wählern eliminiert. Da diese tendenziell eher demokratisch wählen, bedeutet die Entscheidung des höchsten Gerichts einen Vorteil für die Republikaner. Die drei demokratisch geprägten Richterinnen stellten sich gegen die Stimmen ihrer sechs Kolleginnen und Kollegen.Der Supreme Court überstimmt ein Bundesgericht in Alabama, das den Neuzuschnitt der Wahlkreise in dem Südstaat vorläufig blockiert hatte (mehr dazu hier). Demnach hatte das Gericht dem republikanisch regierten Alabama vorläufig untersagt, »die Kongresswahlen 2026 gemäß dem Plan von 2023 durchzuführen«.

Wegweisendes Urteil zu LouisianaHintergrund der Neuzuschnitte von Wahlkreisen – das sogenannte Gerrymandering – ist, dass alle zehn Jahre die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen, damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. In der Praxis nutzen Parteien diesen Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen: So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist.