Den Kampf um die Sympathie der Weltöffentlichkeit haben Israel und seine Unterstützer krachend verloren. Pro-israelische Lobbygruppen, Think Tanks, einzelne Blogger und Influencer können sich abmühen wie sie wollen, das „Genocide-Label“ wird Israel jetzt nicht mehr los. Das zeigt ein Blick auf Google Trends: dort wurde im Herbst letzten Jahres, als das Thema Internet-Nutzer am meisten umtrieb, „Genocide“ in Verbindung mit Israel mehr als doppelt so oft gesucht wie in der Verbindung mit „Gaza“ und mehr als 20 mal so oft wie die Verbindung von „Genocide“ mit „Hamas“.Das gilt weltweit und für Deutschland sogar ganz besonders: hier ist die Differenz zwischen denen, die nach „Hamas“ und „Genocide“ suchen und denen, die „Genocide“ mit Israel verbinden, noch extremer. Umfragen spiegeln diesen Trend auch wieder. Seit dem Oktober 2023 sank die Sympathie mit Israel nach einer PEW-Studie in insgesamt 43 untersuchten Ländern um 18,5 Prozentpunkte im Vergleich zur Zeit vor dem 7. Oktober.Selbst in den USA, wo die Öffentlichkeit nach dem Hamas-Massaker vom Oktober 2023 lange sehr stark mit Israel sympathisierte, sind inzwischen 60 Prozent gegen Israels Gaza-Politik. Dass die Regierung Trump Israel trotzdem weiter unterstützen kann, liegt vor allem daran, dass sie von 78 Prozent der Republikaner unterstützt wird. Bei den Demokraten sind gerade noch 8 Prozent auf Israels Seite. Manche machen inzwischen Bidens Israel-Politik sogar für die Niederlage von Kamala Harris gegen Trump verantwortlich. In der jüngsten innerparteilichen Aufarbeitung der Niederlage von 2024 kommt das Thema bezeichnenderweise erst gar nicht vor.
Die Völkermord-Falle: Warum Den Haag Israels Radikalen im Wahlkampf hilft
Internationaler Druck und drohende Haftbefehle empören die Welt. Doch in Israel bewirken sie das Gegenteil: Für Smotrich und Ben-Gvir wird die Debatte zum perfekten Treibstoff im Wahlkampf.
Nach Oktober 2023 sank Israels Wahrnehmung in 43 Ländern um 18,5 Punkte; «Völkermord» dominiert Google-Suchen doppelt so sehr wie «Gaza», westliche Medien vermeiden aber den Begriff. Die Narrativen-Divergenz beeinflusst Talent-Märkte und regulatorischen Druck—essentiell für Tech-Strategie in Europa.






