„Meine Mutter sagte zu mir in frühen Schultagen, Hans, du bist so faul, du kannst eigentlich nur Chef werden“, scherzte Hans Redlefsen (57), Ex-CFO und Teilhaber der Hamburger Modemarke Closed, einst im Podcast der Vermögensverwaltung Kontora. Auch als Chef gab es jedoch Probleme: Closed ging im Sommer 2025 das Geld aus, das Insolvenzverfahren läuft, Redlefsen meldete Privatpleite an. Unterlagen, die dem manager magazin vorliegen, werfen nun neue Fragen auf.

Wo sind knapp 11 Millionen Euro abgeblieben, mit denen Redlefsen Ende 2024 für einen Kredit von Closed bürgte? Warum erhielt ein Geldgeber offenbar kurz vor der Insolvenz eine 3-Millionen-Euro-Grundschuld auf eine Stadtresidenz im Hamburger Nobelviertel Harvestehude – zum möglichen Nachteil anderer Gläubiger? Und was macht eigentlich die Staatsanwaltschaft? Mein Kollege Vinzenz Neumaier kennt die Hintergründe: Wie die Deals des Ex-CFO die Closed-Gläubiger nerven .

Auf Fragen des manager magazins antwortete Redlefsen nicht. Wie man mit schwierigen Lebenslagen umgehen sollte, verriet der frühere Closed-Finanzchef dagegen 2021 in einem Gastbeitrag für seine Schule, das Eliteinternat Solling . Falls es ihm mal nicht gelinge, in einem Tag das Gute zu entdecken, so halte er sich an einen Ratschlag seines Pastors: „Ich esse eine Scheibe Schwarzbrot mit Leberwurst und gehe früh ins Bett.“