RBB, Drama, Donnerstag, 20.15 UhrEin Politikerleben, verdichtet auf weniger als eine Woche. In der Winston Churchill, der seine Briten bislang so unbeirrbar durch den Zweiten Weltkrieg bugsiert hat als Premierminister, der oft die richtigen Worte gefunden hat und dessen Haltung entscheidend war für die Erfolge der Alliierten, zu irrlichtern anfängt. Brian Cox spielt den großen Staatsmann wunderbar grantig, erratisch, in seinen eigenen Zwängen gefangen. Churchill möchte die Planungen für den D-Day, die Landung der gegen Hitler vereinten Truppen in der Normandie, noch einmal über den Haufen werfen. Zum Entsetzen der Verbündeten und des Militärs. Jonathan Teplitzky erzählt in seinem Film davon, wie Churchill sich unter Mühen und unter Einwirkung seines privaten Umfelds – seine Frau, sein Chauffeur – noch einmal gedanklich erneuern kann, um das Erforderliche als das Richtige anzuerkennen.Apollo 13Drama, Kabel 1, Donnerstag, 20.15 UhrDas All als die neue frontier der Amerikaner, da der Wilde Westen an der Pazifikküste ein geografisches Ende gefunden hat und längst schon zivilisiert ist in der späten Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Eroberung neuer Regionen stehen zwar nicht mehr Indigene im Weg, jedoch nach wie vor eine unwirtliche Umgebung und logistische Herausforderungen. Hinzu kommen technische Risiken. Die Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise – gespielt von Tom Hanks, Kevin Bacon und Bill Paxton – sind unterwegs zum Mond, doch ein Sauerstofftank explodiert. Das Raumschiff lässt sich kaum noch steuern, aber natürlich wird an Bord und auf der Erde alles unternommen, damit die drei Männer lebend zurückkehren. Eine amerikanische Heldengeschichte, basierend auf Tatsachen, die seinerzeit die Welt in Atem gehalten haben, inszeniert nach den Regeln von Hollywood.Wie wilde TiereThriller, Arte, Mittwoch, 21.45 UhrEs ist ein Konflikt, wie es ihn oft gibt: Da kommen Neue ins Dorf, mit ihren eigenen Vorstellungen vom Leben, sie wollen sich etwas aufbauen, fühlen sich obendrein rasch zugehörig. Die Alteingesessenen sehen die Dinge naturgemäß anders, empfinden die Auswärtigen als Eindringlinge, wollen sich unter keinen Umständen belehren lassen darüber, wie sie anders, besser, fortschrittlicher leben sollten. Der Regisseur Rodrigo Sorogoyen hat darüber 2022 einen intensiven Film gedreht, im Zentrum ein französisches Ehepaar, Olga und Antoine, gespielt von Marina Foïs und Denis Ménochet. Der perfide Twist ist, dass die Neuen einen Plan haben, mit dem sie die Abwanderung stoppen wollen, und damit denen im Weg stehen, die so schnell wie möglich weg möchten aus der angestammten Heimat, die ihnen nichts mehr bedeutet, und die deshalb auf ein anderes Pferd setzen.Batman BeginsFantasy, Vox, Donnerstag, 20.15 UhrAlles auf null: Christopher Nolan hat den Mythos um den Superhelden 2005 neu aufgerollt mit seinem Film, der inhaltlich an keine der früheren „Batman“-Adaptionen andockt – und ihn so tatsächlich wiederbelebt. Nolan inszeniert mit Christian Bale in der Titelrolle eine Gratwanderung: Der junge Bruce Wayne, aus dem einmal Batman wird, muss das Böse verstehen, um es bekämpfen zu können. Und darf ihm in dieser Lehrzeit aber nicht verfallen. Elf Jahre später dann bereits der nächste Reboot, „Batman v Superman: Dawn of Justice“ – das Superhelden-Genre hat da im Kino längst eine eigenwillige synergetische Dynamik entwickelt. Die beiden artverwandten Superhelden werden zusammengespannt, aber nicht als best buddies, sondern als Rivalen. Ben Affleck spielt Batman sehr grimmig, sehr brachial. Von der Fragilität und den Selbstzweifeln, die Nolan der Figur eingeimpft hat, ist nichts mehr übrig.