Tragikomödie, Kabel 1, Sonntag, 20.15 UhrDustin Hoffman und Tom Cruise als Brüder, die sich erst im Erwachsenenalter kennenlernen: Raymond und Charlie Babbitt verbindet nichts außer ihre Erzeuger sowie das schwierige Verhältnis zum Vater und die (aus sehr verschiedenen Gründen) Schwierigkeit, tiefere Beziehungen aufzubauen. Der deutlich ältere Raymond lebt in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen. Dorthin wurde er abgeschoben, und Charlie, der im Alter von 16 Jahren mit seinem Vater gebrochen hat, hat nie von der Existenz des Bruders erfahren. Bis er sich auf die Suche macht nach der Person, die das Vermögen des Alten geerbt hat. Kurzerhand nimmt er Raymond mit auf die Rückreise von der Beerdigung des Vaters, um irgendwie doch an das ersehnte Geld zu kommen. Tatsächlich jedoch begegnet er auf der Reise einem Helden seiner Kindheit.Alles steht KopfAnimation, Sat 1, Samstag, 20.15 UhrIm Kopf der elfjährigen Riley herrscht ein ganz schönes Machtgefälle zwischen den Gefühlen: Der Boss in ihrem Oberstübchen ist die Freude, sie hat ihre Hände die meiste Zeit an den Hebeln eines Schaltpults, von dem aus die Emotionen des Mädchens gesteuert werden. Nichts zu melden hat hingegen der Kummer. Die Übrigen – Angst, Wut und Ekel – mucken zwar manchmal auf, fügen sich aber letztlich in ihre Plätze in der zweiten Reihe, auf denen sie sich die eine oder andere Freigeisterei herausnehmen. Aber als Riley mit ihren Eltern umzieht, gerät diese Statik ins Wanken. Das Animationsstudio Pixar hat vor zehn Jahren die zentralen menschlichen Empfindungen zu Hauptfiguren eines Films gemacht, was tatsächlich sehr komisch ist. Die Fortsetzung „Alles steht Kopf 2“ beweist, wie kreativ sich diese Geschichte weitererzählen lässt: Hier ist Riley in der Pubertät (Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr).Mississippi Burning – Die Wurzel des HassesDrama, Arte, Sonntag, 20.15 UhrDer Schwarze James Earl Chaney und die beiden Weißen Michael Schwerner und Andrew Goodman setzen sich für die Rechte Schwarzer ein, unter anderem für deren Wahlrecht. Das kostet sie im Juni 1964 ihre Leben – sie werden ermordet von Mitgliedern des Ku-Klux-Klan. Die bilden die Mitte der lokalen Gesellschaft. Auf der Basis dieser realen Ereignisse haben der Regisseur Alan Parker und der Drehbuchautor Chris Gerolmo ihre fulminante Geschichte entwickelt über zwei auswärtige FBI-Beamte, Alan Ward (Willem Dafoe) und Rupert Anderson (Gene Hackman), die sich verdammt schwertun mit ihren Ermittlungen, weil das ganze Pack zusammenhält, den Bürgermeister und die örtlichen Polizisten eingeschlossen. Erst als Anderson durchsetzt, dass auch das FBI den Boden des Gesetzes verlässt, wendet sich das Blatt langsam. Zu einem hohen Preis.Fahrstuhl zum SchafottKrimi, Arte, Montag, 20.15 UhrDer französische Film von 1958, längst ein Klassiker, ist ein Anfang von so vielem: Er brachte der großartigen Hauptdarstellerin Jeanne Moreau den Durchbruch, war für den jungen Regisseur und Drehbuchautor Louis Malle ein erster großer Erfolg, und der Jazz, der diesen Film maßgeblich mitträgt, gewann Miles Davis neue Fans in Europa. Was der Film indessen erzählt, ist das Ende von so vielen Träumen. Deren Realisierungen sich die Figuren mit Tricks und Täuschungen erkaufen wollen, vor allem aber mit rücksichtsloser Gewalt, die sie glauben, vertuschen zu können. Aber sie machen alle zu viele Fehler, und obendrein spielt der Zufall eine viel zu große Rolle. Sie sehen nur, wenn er sie begünstigt, aber nicht, wenn er ihnen zum Verhängnis wird. Zu jung, zu lebensgierig sind sie, um kühl abzuwägen.