Nicht etwa einem Ökonomen, sondern dem Heilpraktiker Erhard Blanck wird das Bonmot zugeschrieben, die Inflation sei „schleichender Taschendiebstahl“. Viele Verbraucher dürften ihm recht geben: Der Iran-Krieg trieb die Preise für Benzin und Diesel zeitweise um 50 Prozent nach oben. Autofahrer fühlten sich ausgeplündert, und es gab kein Entrinnen, es sei denn, man ließ den Wagen in der Garage. Inflation wird gefährlich, wenn sie sich auf hohem Niveau verfestigt, die Europäische Zentralbank (EZB) hat als durchschnittlichen Maximalwert 2,0 Prozent festgelegt, diese Latte wird inzwischen deutlich gerissen. In der Euro-Zone lag die Inflationsrate im Mai bei 3,2 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Im April waren es 3,0 Prozent. In Deutschland betrug der Wert für Mai 2,6 Prozent, der Rückgang um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat war allerdings dem Tankrabatt geschuldet – und der soll Ende des Monats auslaufen.