Es ist ein warmer Donnerstagmorgen am Marzahner Eastgate-Einkaufszentrum. Zwischen Akkordeonklängen und Sirenen fragt die Berliner Zeitung die Marzahn-Hellersdorfer, wie sie zum Versorgungsangebot in ihrem Bezirk stehen. Im bundesweiten Gemeindevergleich erzielte Berlin in der aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen beachtlichen sechsten Platz von rund 11.000 Gemeinden. Die Studie untersuchte verschiedene Bereiche der sogenannten Daseinsvorsorge – unter anderem Bildung, Gesundheit, Mobilität und Freizeit. Laut dem IW hat Berlin im Vergleich zu allen anderen Millionenstädten die beste Grundversorgung. Die Marzahner erzählen von ihren Erfahrungen im Kiez.
Rosi, eine pensionierte Lehrerin, die für ihre Arzttermine nach Charlottenburg fährt, obwohl sie schon immer in Marzahn wohnt, erzählt: „Wenn das gesundheitlich irgendwann nicht mehr geht, habe ich hier große Bedenken.“ Die Gesundheitsversorgung ist eigentlich Berlins stärkster Einzelwert der Studie. Aus ihrem Umfeld berichtet die Marzahnerin jedoch über lange Wartezeiten für Arzttermine.
Rosi unterrichtete an Gymnasien in Marzahn, Charlottenburg und Neukölln.
© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung
Ähnliche Schwierigkeiten merken auch zwei andere Anwohner an. Einer der beiden gesteht offen, dass er für ärztliche Angelegenheiten meistens lieber nach Mitte flüchte. Sein Partner begegnet dem Gesundheitsangebot in Marzahn-Hellersdorf mit gemischten Gefühlen: „Das UKB und die Polikliniken – Gott sei Dank gibt es die noch – haben durchaus ihre Daseinsberechtigung“, sagt er, während er die Dauer zwischen Terminvereinbarung und Behandlung moniert: „Nach drei Monaten ist mein Problem vielleicht schon gelöst.“









