SZ-Magazin: In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere Frauen mit Essstörungen, aber keinen einzigen Mann. Ist das ein Zufall oder sind die Zahlen wirklich so unterschiedlich?Georgios Paslakis: Das überrascht mich nicht. In unseren Kliniken behandeln wir in der Regel Männer und Frauen in einem Verhältnis von eins zu zehn oder manchmal sogar eins zu 20. Trotzdem sind Essstörung bei Männern kein Randphänomen, sondern ein blinder Fleck. Sie werden systematisch übersehen. Neuere Studien zeigen, dass inzwischen bis zu 20 oder 25 Prozent der klinischen Fälle Männer sind.