Rennt jemand, um den Bus zu bekommen? Oder flieht er? Läuft jemand lange hin und her, weil er auf einen Bekannten wartet? Oder ist er Drogendealer und wartet auf Kunden? Solche Verhaltensmuster werden von KI-gestützter Videoüberwachung ausgewertet. Am Bildschirm einer Überwachungszentrale ploppen diese Bilder automatisch auf, und dann muss ein Mensch entscheiden, ob er Einsatzkräfte dorthin schickt.Manche KI-Systeme sind – „im Sinne des Datenschutzes“, wie die CDU betont – lediglich auf die Muster Treten, Schlagen, Würgen trainiert und schlagen in anderen Fällen nicht an. Andere wiederum geben auch Alarm, wenn jemand eine Waffe im Anschlag hält – oder ein großes Buschmesser, wie es im Juni 2024 in Stuttgart der Fall war. Dort hatte ein 25-jähriger Syrer drei Menschen verletzt. Zur schnellen Ergreifung des Täters soll wohl angeblich ein KI-Alarm beigetragen haben.Auch in Berlin soll künftig das Verhalten von Personen gescannt werden. Zuerst soll es am Kottbusser Tor in Kreuzberg und an der Warschauer Brücke in Friedrichshain Kameras mit angeschlossener KI-Software geben. An beiden Orten ist die Kriminalitätsbelastung hoch.
KI-Kameras sollen auch am Roten Rathaus, an der Senatsinnenverwaltung in Mitte und am Jüdischen Museum installiert werden. Das Museum wird derzeit von zahlreichen Wachleuten der Polizei geschützt.Die Installation der Kameras erfolgt im Rahmen eines Pilotprojekts. Später soll KI-Technik auch an Botschaften und Konsulaten installiert werden, womit sich die Polizei deutliche Einsparungen erhofft. „Ohne den Einsatz von Technologie ist das Sicherheitsniveau in Berlin nicht haltbar“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Derzeit seien rund 600 Vollzugsbeamte für den Schutz gefährdeter Objekte tätig. Das entspreche drei Abschnitten oder fast sieben Hundertschaften.Slowik führt ein Beispiel an: Es gebe zahlreiche Schussabgaben auf Gewerbetreibende. „Wenn ein Gewerbetreibender mehrere Niederlassungen hat, dann haben wir über Nacht plötzlich womöglich sechs, sieben, acht Liegenschaften, die wir plötzlich mit Objektschutz ausstatten müssen.“ Gleichzeitig gebe es eine weltpolitische Lage, die mehr Objektschutz erfordere.










