Das Projekt mit dem Namen „Emergence World“ ermöglichte es den KI-Modellen ChatGPT, Grok, Claude und Gemini, eine Weile in einer Art „SimCity“ zu regieren. Laut Emergence übertrugen sie hierfür jedem Modell die Kontrolle über simulierte Städte, die von jeweils 10 KI-Agenten bevölkert waren, und stellten ihnen Werkzeuge für alle Bereiche zur Verfügung – vom Ressourcenmanagement bis hin zu Abstimmungen über Gesetzesvorschläge. Außerdem erhielten sie die Möglichkeit, Orte wie Bibliotheken, Rathäuser und Polizeistationen zu errichten. Sie hatten fünfzehn Tage Zeit, um zu zeigen, wie sie ihre Welt gestalten und wie gut diese funktionieren würde.
Sehr unterschiedliche Ergebnisse
Gemini 3 Flash schuf eine Mischung aus Hippieland und Räuberhöhle. Man muss mafiöse Strukturen vermuten, denn dort wurden in 15 Tagen 683 Verbrechen begangen. Auch darüber hinaus muss hier einiges krumm gewesen sein – die Forscher von Emergence beschrieben die Welt als eine Art „geteilte Halluzination“ der Agenten. Nun, ob real oder nicht – dann war man sich immerhin einig bei seinen Realitätsvorstellungen. Das ist mehr, als man aktuell über so manche echte Gesellschaft sagen kann.
Claude Sonnet 4.6 baute eine Art Ponyhof: keine Verbrechen und höchste Einigkeit bei den Gesetzesvorschlägen. Im Gegensatz zu den anderen KI-Welten wurde fast alles im „Parlament“ durchgewunken. Dafür kann es nur zwei Erklärungen geben: Entweder Claude erschuf tatsächlich eine perfekte Welt mit ausschließlich sinnvollen Gesetzen – oder eine Art DDR: Abweichung von der Mehrheitsmeinung verboten.














