Unter dem Protest von Umweltschützern haben die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der Autobahn 20 in Niedersachsen zwischen Westerstede (A28) und Jaderberg (A29) nahe Oldenburg offiziell begonnen. „Die Küstenautobahn A 20 ist das wichtigste Infrastrukturprojekt Norddeutschlands“, betonte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder beim symbolischen Spatenstich. Sie werde eine Entlastung für die bestehenden Autobahnen in und um Hamburg sein und die deutschen Häfen an Nord- und Ostsee verbinden, sagte der CDU-Politiker. Bislang endet die A20 vom polnischen Stettin kommend östlich von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein.

Kritik von Naturschützern

Für den ersten Abschnitt rechnet die Autobahn GmbH mit einer Bauzeit von mehreren Jahren und Kosten in Höhe von rund 340 Millionen Euro. Gegner und Befürworter hatten jahrelang um den Bau gerungen. Da die Naturschutzorganisation BUND zuletzt eine Klage gegen einen Änderungsbeschluss zurückgenommen hatte, gilt seit August 2025 aber ein Planfeststellungsbeschluss.

Die Kritik von Umweltschützern und den Grünen hält dennoch an. Sie sehen Moore und Wälder bedroht. 2022 kam es zu einer gerichtlichen Untersagung der geplanten Bauarbeiten für den Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg in Niedersachsen. Der 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichts hatte die Stickstoffberechnung für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Garnholt bemängelt. Zuvor waren bereits Bauabschnitte wie der bei Bad Segeberg oder die Elbquerung durch Einwände vorübergehend aufgehalten worden.