OB-Wahl in Görlitz: Kein Naturgesetz

Der CDU-Oberbürgermeister verteidigt sein Amt gegen eine starke AfD. Es zeigt: Kluge Bündnisse der demokratischen Parteien können sie stoppen.

Der Oberbürger von Görlitz nach seiner Wiederwahl: Octavian Ursu, CDU

Matthias Wehnert/imago

A n passenden Sprichwörtern mangelt es nicht. „Einigkeit macht stark“ etwa, oder „Nichts verbindet mehr als gemeinsame Feinde“. In Görlitz an der Neiße haben die politischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte seit der Oberbürgermeisterwahl 2019 jedenfalls gleich zwei Lektionen gelernt: Uneiteler Verzicht auf aussichtslose Kandidaturen und parteiübergreifende Unterstützerbündnisse können auch vermeintlich aussichtsreiche AfD-Kandidaten stoppen. Und der Rückzug für einen integrationswilligen, verbindlichen und mehrheitlich anschlussfähigen Kandidaten kann ungeachtet politisch-inhaltlicher Differenzen ein Dienst am Gemeinwesen bedeuten.