Reisende aufgepasst: Italien erstattet bei langen Baustellenstaus die MautSobald die Sommerferien starten, rollt in Italien die grosse Reisewelle an. Happige Mautgebühren gehören auf den Autobahnen ebenso dazu wie lange Staus. Doch bei Verzögerungen infolge von Baustellen gibt es nun einfacher Geld zurück. Antworten auf die wichtigsten Fragen.01.06.2026, 16.59 Uhr3 LeseminutenIm europäischen Vergleich gehört Italien zu den Ländern mit den höchsten Kosten pro Kilometer.Rolf Poss / ImagoItalien besitzt die weltweit älteste Autobahn – und gilt zugleich als Land, in dem Ferienreisen schnell zur Geduldsprobe werden. Die 50 Kilometer lange Strecke zwischen Mailand und Varese wurde 1924 eröffnet und markierte einen Meilenstein im europäischen Autobahnbau. Doch wer heute in den Sommerferien durch Italien fährt, erlebt oft eine unromantische Realität: Auf den wichtigsten Ferienrouten gibt es dichte Kolonnen und lange Wartezeiten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zahlreiche Reisende aus Italien selbst, aber auch aus Deutschland und der Schweiz, sind dann unterwegs – etwa Richtung Südtirol, an die Adriaküste oder in die Toskana. Baustellen verschärfen die Situation zusätzlich.Genau hier setzt nun eine neue Regelung an: Autofahrer sollen auf gebührenpflichtigen Autobahnen eine Entschädigung erhalten, wenn sich ihre Fahrt wegen Bauarbeiten deutlich verzögert. Je nach Ausmass der Verspätung wird die Maut teilweise oder in besonders schweren Fällen vollständig zurückerstattet. In der Theorie klingt das wunderbar. Doch die Praxis dürfte zeigen, dass die Rückerstattung nicht ganz unkompliziert ist.InhaltsverzeichnisSeit wann gilt die Regelung?Wie funktioniert die Rückerstattung?Profitieren auch ausländische Autofahrer?Wann gibt es Geld zurück?Welche Einschränkungen gibt es?Seit wann gilt die Regelung?Die neue Entschädigungsregelung gilt seit dem 1. Juni 2026. Sie soll grundsätzlich auch für die laufende Sommersaison greifen. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur wird das System jedoch voraussichtlich erst Ende des Jahres vollständig einsatzbereit sein.Wie funktioniert die Rückerstattung?Die Rückerstattung erfolgt über die Website «Autostrade per l’Italia» oder die App «Muovy Cashback». In diesem System sind alle 24 privaten Autobahnbetreiber Italiens zusammengeschlossen. Wenn man sich mit einem elektronischen Mautgerät oder einem italienischen Kennzeichen registriert, soll man die entsprechende Maut beziehungsweise einen Teil davon nach einem Baustellenstau automatisch erstattet erhalten. Mit der Quittung kann man eine Rückerstattung auch manuell beantragen.Profitieren auch ausländische Autofahrer?Auch Touristen aus dem Ausland können von der Regel profitieren. Mit den seit dieser Woche geltenden Vorschriften muss man sich nicht unbedingt registrieren.Wann gibt es Geld zurück?Bei Reisen bis zu 30 Kilometer ist eine Rückerstattung nach Baustellenstau immer möglich, wie es auf der Website der Autostrade heisst. Bei längeren Strecken gelten strengere Kriterien. Fährt man über 50 Kilometer, muss die Reiseverspätung mehr als 15 Minuten betragen, damit man etwas zurückerhält. Je grösser die Verzögerung, desto höher die Rückzahlung. Ab drei Stunden gibt es 100 Prozent zurück. Ein Beispiel der Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia: Wird eine rund 90 Kilometer lange Strecke um etwa 40 Minuten verlängert, werden rund 75 Prozent der Maut zurückgezahlt. Bei einer Stunde Verzögerung entfällt die Gebühr vollständig.Welche Einschränkungen gibt es?Es gibt zwei Schwellenwerte: Berechnete Beträge unter 0,1 Euro sind nicht erstattungsfähig. Beträge ab 0,1 Euro werden angesammelt und ausgezahlt, sobald sie mindestens 1 Euro erreichen. Kein Anspruch besteht etwa bei Unfällen oder wetterbedingten Störungen wie starkem Regen oder Unwettern.Wie fallen die Reaktionen aus?Die neue Regelung wurde von der rechtsgerichteten Regierung in Rom vorangetrieben. Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnete sie als «Wendepunkt» für die Rechte der Autofahrer. Die Reaktionen fallen allerdings gemischt aus. Der deutsche Automobilklub ADAC kritisiert die hohe Maut sowie die Komplexität des Systems. Auch Italiens Verbraucherschutzverband äussert Zweifel an der Umsetzung und warnt davor, dass Betreiber Mehrkosten über höhere Gebühren ausgleichen könnten.In Italien gibt es rund 7000 Kilometer Autobahnen. Anders als in Deutschland ist die Nutzung der meisten Strecken gebührenpflichtig. Im europäischen Vergleich gehören Italien und Frankreich zu den Ländern mit den höchsten Kosten pro Kilometer. Je nach Strecke fallen im Schnitt 7 bis 9 Cent pro Kilometer an.Mit Agenturmaterial.Passend zum Artikel
Sommerreisende aufgepasst: Italien erstattet bei langen Baustellenstaus die Maut
Sobald die Sommerferien starten, rollt in Italien die grosse Reisewelle an. Happige Mautgebühren gehören auf den Autobahnen ebenso dazu wie lange Staus. Doch bei Verzögerungen infolge von Baustellen gibt es nun einfacher Geld zurück. Antworten auf die wichtigsten Fragen.











