Schauspielerin Pike in »Inter Alia«: Verbindung gebrochen

2004 listete der Schauspieler Michael Maertens in der »Welt am Sonntag« die zehn größten Ärgernisse auf, von denen man sich auf der Theaterbühne gestört fühle. Schon damals dabei: der SMS-Austausch auf den oberen Rängen, wo die Schulklassen sitzen. »Auch das bekomme ich mit, obwohl die Handys auf Vibration gestellt sind«, schrieb Maertens.

Heute tippen alle Generationen Nachrichten ins Handy – und leider auch noch immer im Theater, wie die Darstellerin Rosamund Pike (»Gone Girl«, »Saltburn«) erleben musste. In Suzie Millers Stück »Inter Alia « spielt sie im Londoner West End eine Kronrichterin, Feministin und Mutter eines Sohnes, der der Vergewaltigung bezichtigt wird. Eine intensive Rolle, für die es auch am Samstagabend in Wyndham's Theatre viel Applaus gab.

»Jemand hat in diesem Block Textnachrichten geschrieben«Doch als Rosamund Pike nach dem letzten Vorhang noch einmal auf die Bühne kam, hatte sie eine Botschaft an ihr Publikum. Theater sei eine große Sache, sagte sie: »Ich versuche Ihnen eine Geschichte zu erzählen, ich spüre Sie, und ich hoffe, Sie spüren mich auch«, zitiert der »Guardian« die Schauspielerin. »Jemand hat in diesem Block Textnachrichten geschrieben«, sagte Pike: »Sie wissen, wer Sie sind und ich werde Sie nicht bloßstellen«.