Das Wasser zieht sich langgestreckt durch ein Tal und erinnert eher an einen Fjord oder einen Flusssee als an einen runden Badeort. Rundherum liegen grün bewaldete Hänge, die direkt bis ans Ufer reichen. Im Norden erhebt sich die markante Staumauer, von der man einen weiten Blick über das Wasser und die Umgebung hat. Besonders bekannt ist die 333 Stufen lange Himmelstreppe, von der aus man einen der schönsten Ausblicke über den See bekommt.
Doch für das Bestaunen der Natur am Hennesee, südlich von Mesche im Sauerland, war an diesem Montagvormittag keine Zeit. Seit Tagen beherrschen Spekulationen über einen möglichen Kanzlerwechsel die politische Debatte. Auslöser sind die anhaltend schlechten Umfragewerte der Union, die ausbleibenden Reformerfolge der Bundesregierung und die Frage, ob Bundeskanzler Friedrich Merz seine Partei noch in die nächste Bundestagswahl führen kann. Immer wieder fällt dabei auch der Name von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst, der als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union gilt.
Der Bundeskanzler und sein potenzieller Herausforderer wollten bei ihrem Aufeinandertreffen demonstrieren, dass die CDU-Spitze geschlossen hinter der Regierung steht. Doch wie die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung erfuhren, ist dieses Bündnis vor allem eines: ein Bündnis mit Ablaufdatum.










