Warum fliegt man von den USA nach Mallorca? Vielleicht auch deshalb, weil man in good old Europe mal richtig Spaß haben will. Da darf die Boombox natürlich nicht fehlen, der möglichst laut und basslastig wummernde Bluetooth-Lautsprecher, der am Strand und vermutlich zum Leidwesen anderer Gäste auch im Hotel für Bombenstimmung sorgt.Womöglich hatte ein 16-Jähriger seinen Lautsprecher deshalb „Bomb“ genannt. Viel näher allerdings liegt die Vermutung, dass er sich einen Spaß erlauben und die Mitreisenden einschließlich der Besatzung ein wenig erschrecken wollte.Das ist ihm besser gelungen, als er es sich wohl gedacht hatte. Etwa eine Stunde nachdem das Flugzeug von New York aus abgehoben hatte, bat die Crew des United-Fluges eindringlich darum, die Passagiere möchten bitte ihre Bluetooth-Geräte ausschalten. Das ist eigentlich ungewöhnlich, da der Kurzstreckenfunk Bluetooth in aller Regel der Elektronik von Passagierflugzeugen nichts anhaben kann.Die Aufforderung wurde einige Male wiederholt, wie das Nachrichtenportal NJ.com berichtet, zuletzt mit der Drohung, man müsse sonst umkehren. Warum der 16-Jährige der Aufforderung nicht nachkam, ist unklar. Möglicherweise kam er an seinen Lautsprecher nicht heran oder wollte sich die Peinlichkeit ersparen, dass bekannt wird, dass er der Übeltäter war.Es kam dann wie angekündigt: Das Flugzeug kehrte um nach New York. Dort wurden die Passagiere erneut kontrolliert und das Flugzeug durchsucht. Dabei stellte sich dann heraus, dass es nur ein harmloser Scherz gewesen war.Man kann Bluetooth-Geräte frei benennen, genauso wie Internet-Router. Wer in einem Stadtgebiet wohnt, empfängt die Signale von vielen dieser Geräte – manche davon sind sehr kreativ benannt. Ähnlich ist es bei Bluetooth-Geräten. In der Liste der Geräte erscheinen alle, die schon einmal verbunden waren, und solche, die zur Verbindung bereitstehen. So auch der bombige Lautsprecher. Welche Folgen der Vorfall für den Jungen haben wird, ist bislang nicht bekannt.In einem ähnlichen Fall aus der Vergangenheit war ein junger Brite von einem spanischen Gericht freigesprochen worden. Er hatte in einem privaten Chat auf dem Messengerdienst Snapchat während eines Fluges von London nach Menorca seinen Freunden scherzhaft geschrieben, er sei „dabei, das Flugzeug in die Luft zu jagen“, er sei ein Mitglied der Taliban.Der britische Geheimdienst allerdings hatte mitgehört und hatte die spanischen Behörden informiert. Zwei F-18-Jets der spanischen Luftwaffe eskortierten das Flugzeug nach Menorca. Nach der Landung wurde der Brite sofort festgenommen und das Flugzeug durchsucht. Der junge Mann musste zwei Tage in Haft verbringen. Wäre er schuldig gesprochen worden, hätte er insgesamt rund 120 000 Euro zahlen müssen.Dass besonders im Flugverkehr die Toleranzschwelle sehr niedrig ist, zeigt sich immer wieder. Eine Frau hatte 2019 auf einem Flug der Air Canada von Fort Lauderdale nach Montreal zu einer Flugbegleiterin vor dem Abflug spaßhaft gesagt, in ihrem Koffer sei eine Bombe. Das Flugzeug wurde trotzdem geräumt und durchsucht, die Frau, eine 59-jährige Kanadierin, festgenommen. Ihren missglückten Scherz hat sie nach eigenen Angaben zutiefst bedauert.