PfadnavigationHomePS WELTAuto-News„Wir wollen das Spielerlebnis mit der Fahrt verschmelzen“Drei Fragen an Alexander Mühlbauer, Valeo Brain DivisionStand: 12:44 UhrLesedauer: 2 MinutenAlexander Mühlbauer, Valeo Brain DivisionQuelle: ValeoDer Gamingmarkt wächst und wächst. Auch im Auto werden die Videospiele immer präsenter. SP-X/Köln Alexander Mühlbauer verantwortet bei der Valeo Brain Division die Geschäftsentwicklung für digitale Dienste. Und will in dieser Funktion das Gaming ins Auto bringen.

SP-X: Herr Mühlbauer, ist Gaming im Auto für Valeo am Ende eine Spielerei oder ein echtes Geschäft?Mühlbauer: Für uns ist das ein echter Markt. Der weltweite Spielemarkt setzt in diesem Jahr rund 200 Milliarden Dollar um – mehr als Film- und Musikbranche zusammen. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Casual Games, also auf eher einfache Titel für Gelegenheitsspieler. Genau dort sehen wir den Einstieg fürs Auto. Die Resonanz auf unser Konzept war so positiv, dass wir es jetzt mit Renault in die Serie gebracht haben.

SP-X: Einige Autohersteller gehen den Weg über Cloud-Gaming-Plattformen, bei Ihnen läuft alles im Fahrzeug. Warum?Mühlbauer: Wir wollen das Spielerlebnis mit der Fahrt verschmelzen und Bewegungsdaten des Fahrzeugs in das Game einfließen lassen. Bei dieser sogenannten „Extended Reality“, oder erweiterten Realität, muss die Bewegungssynchronität zwischen dem, was ich sehe, und dem, was ich körperlich spüre, gegeben sein – sonst funktioniert das Erlebnis während der Fahrt nicht, im schlimmsten Fall wird es einem schlecht. Die heutigen Cloud-Latenzen reichen dafür nicht aus, und ich müsste obendrein große Datenmengen über das Mobilnetz schicken. Wir bleiben deshalb bewusst innerhalb des Fahrzeugs und nutzen die dort verfügbare Hardware. Für die Casual-Spiele, um die es geht, reicht das vollkommen. Rechenintensive Blockbustertitel im Stil von Grand Theft Auto sind kurzfristig kein Zielmarkt.