Mit Spannung wartete man beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) auf den Auftritt von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU. Eine ostdeutsche Wirtschaftsministerin. Der Ruf einer Ordoliberalen, einer Verfechterin der Marktwirtschaft eilt ihr voraus. Sie könnte der staatsverliebten SPD in der Koalition die Stirn bieten.
Das wäre die Hoffnung, denn Deutschland dümpelt seit Jahren vor sich hin. Iran-Krieg und Ölkrise drohen die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen, Bürokratie und Brüsseler Regulierungswut fesseln das Unternehmertum, die Energiewende hat sich in eine Sackgasse mit allzu hohen Marktpreisen verfahren. Hat Reiche die Vorschusslorbeeren, die sie beim letzten OWF erhalten hatte, wirklich verdient? Die Erwartungshaltung beim OWF in Bad Saarow war hoch, der Diskussionsbedarf auch. Und dann? Dann sagt Katherina Reiche ab. Wieder einmal ein gecancelter Reiche-Termin.
Termin-Absagen haben bei Katherina Reiche Methode
Das Bundeswirtschaftsministerium nannte auf Nachfrage von Berliner Zeitung und Ostdeutscher Allgemeinen keinen Grund. Enttäuschend. Reiches Besuch wäre so wichtig gewesen. Gerade Ostdeutschland wird die Krise am heftigsten packen, prognostiziert nicht nur eine neue Studie des Ifo-Instituts. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft sieht schwere Zeiten vor allem für den östlichen Teil der Republik aufziehen. Letztes Jahr hatte sie sich auf dem OWF als frischgebackene Wirtschaftsministerin noch gezeigt. Doch seit einiger Zeit macht sich Reiche rar.








